Gewichtiger Jahresabschluss

von Julian Klomfar

Mitten im Dezember bei Eiseskälte – für meinem Buddy und mich die letzte Session des Jahres. Ob wir mitten im Winter an einer der schwer befischbaren Schottergruben in meiner Heimat Österreich noch zu einem Run kommen?
Nur am Wasser können wir es herausfinden.

Für meine Fallen hatte ich mir runde 15mm Strawberry-Ice Boilies aus der Pro Line High Instant Range auf die Größe von 10mm Dumbells zurecht geschnitten. Als Hakenköder bevorzuge ich im Winter eher kleinere Lockangebote. Beim Futter setze ich ebenfalls auf attraktive und lösliche Zutaten. Milchpulver, kleine Pellets, Zuckmückenlarven, Dosenmais und verschiedene Liquids in einem Eimer vermischt. Hinzu kommen noch einigen Maden.

Süße Verführung…

Auf der Suche nach geeigneten Spots finde ich schließlich auf ziemlich weiter Distanz eine Kante, die von etwa drei Metern steil abfällt und auf gut fünf Metern in weichem Sediment ausläuft. Genau dort lege ich meine erste Rute ab. Nachdem die anderen beiden Montagen ebenfalls präzise an ihrem Bestimmungsort liegen, gehen wir zum gemütlichen Teil unserer Jahresabschlusssession über.

Ich habe mich gerade in meinem Schlafsack verkrochen, als mein Delkim gegen 22:30 Uhr einen Dauerton meldet. Raus aus der kuscheligen Behausung, rein in die Schuhe und ab zu den Ruten. Es ist die Rute, die ich zuvor unterhalb der Kante abgelegt hatte.
Schon während der Fisch abläuft habe ich ein Ahnung, was am anderen Ende hängen könnte: Entweder einer der Guten oder ein Wels.
Ich nehme die Rute auf und steige ins Boot, um herauszufinden, welche der beiden Möglichkeiten zutrifft und nicht Gefahr zu laufen, meine Schnur an der abfallenden Kante durchzuscheuern. Nachdem der Fisch mich gut 30 Minuten über den See gezogen hat, kann ich langsam Schnur zurückgewinnen. Schließlich kommt ein breiter, beschuppter Rücken an die Oberfläche.
Tatsächlich ein sehr guter Karpfen und kein Wels.

Nur eine Hand voll Boilies…

Meine Knie werden weich und ich beginne zu zittern. Aber meine Sorge, der Haken könnte nicht halten, ist unbegründet. Kurz darauf kann ich meinen Winterkracher endlich einnetzen.
Ein Freudenschrei hallt über den See, denn schon beim Blick in den Kescher weiß ich, dass der Fisch vermutlich die 30-Kilo-Marke knacken wird.

Über 30 Kilo! Kann man sich einen besseren Jahresabschluss wünschen?

Am Ufer angekommen empfängt mich bereits mein Kumpel. Er konnte meinen Jubel draußen auf dem See nicht überhören. Und beim Blick in den Kescher, kommt auch er aus dem Staunen nicht mehr heraus.
Das Wiegen bringt dann Gewissheit: Weit über 30 Kilo!

Einen besseren Jahresabschluss kann man sich nicht wünschen.