Alles richtig gemacht

Sonne, Regen, stürmischer Westwind – eine Wetterkombination, die meinen letzten Ansitz ungemütlicher als erwartet gestaltet hat. Ein Vorteil: Als einziger Angler weit und breit konnte ich meine Taktik im nahen, ausgeschwemmten Uferbereich probieren. Wenig Futter und jeweils ein Sweet Gold HNV/Tuna-Doppelsinker am Haar sollte es richten.

Der Wind wurde im Verlauf des Tages noch stärker, in Böen erreichte er schließlich bis zu 120 Km/h. Da peitschten hohe Wellen gegen die Ufermauer, vor der ich meine Montagen platziert hatte. Aber möglicherweise keine schlechten Fangaussichten, denn dort wurde das Wasser richtig aufgewühlt. Es herrschte echtes Fangwetter.

Und tatsächlich folgte wenig später ein satter Vollrun auf meiner rechten Rute. Ich nahm die Rute auf und bemerkte sofort die brachiale Kraft und das plumpe Gewicht meines Gegenüber. Er nahm Fahrt auf und war anfangs kaum zu bremsen. Danach immer wieder neue, 20 bis 30 Meter lange Fluchten durch etliche Krautfelder hindurch. Definitiv keine gute Ausgangsposition, den Fisch zu landen. Der heftige Wind machte mir zudem das Leben schwer.

Aber nach langem hin und her und wahrer Zentimeterarbeit, bekam ich ihn doch wieder frei. Am Ende konnte ich ein wahres Torpedo in meiner Aircradle ablegen. Und der Fisch war sogar noch größer als anfangs gedacht. Ich konnte es kaum fassen – vor mir lag tatsächlich mein neuer Schuppenkarpfen PB. Meine Waage pendelte sich bei 26,30 Kilogramm ein. Meine Freude war riesengroß, denn mein Einsatz hatte sich gelohnt, ich hatte offenbar alles richtig gemacht.

Nach einem kurzen Shooting durfte die alte Kampfmaschine selbstverständlich wieder in sein Element zurück.

Ein Tag, der mir noch sehr lange in Erinnerung bleiben wird.

 

Reinhard Schmal

 

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