Seerekord De Koperen Plas

Es ist kein Geheimnis: Der 8 Hektar große, in der Nähe von Zwolle (NL) gelegene See hat einige dicke Fische zu bieten. Der Niederländer Jeroen Luppe hätte jedoch nie zu träumen gewagt, dass er während einer kurzen Wintersession mit einem neuen Rekordfisch vor der Kamera posieren darf.

Ende 2019 habe ich zum ersten Mal einen Winterpass für den De Koperen Plas gekauft. Mit dieser in limitierter Stückzahl ausgegebenen Angelkarte kann ich zwischen Anfang Dezember und Ende März insgesamt 5 Nächte zu vergünstigten Konditionen angeln. In der Vergangenheit durfte ich bereits mehrere schöne Sessions erleben. Da ich in der nahen Umgebung lebe, ist das Angeln am De Koperen Plas jedes Mal wie ein Heimspiel für mich. Und in diesem Jahr wollte ich meine Angelsaison am De Koperen Plas eröffnen. Zwei Nächte hatte ich Zeit.
Mehr als motiviert steige ich morgens ins Auto. Die Fahrt zum See dauert nicht lange. Ich will mich noch ordnungsgemäß in der Taverne anmelden, wo die Herrschaften um Verwalter Saviël bereits auf mich warten. Nach einer köstlichen Tasse Kaffee gehe ich, mit einem Eimer Pellets der Hausmarke vom De Koperen Plas auf dem Beifahrersitz, zu meinem Platz. Ich habe Swim 2 gewählt.

Rückschlag zum Auftakt
Ich kann es kaum abwarten und will meine Ruten so schnell wie möglich auf den richtigen Stellen ablegen. Mit Hilfe meines Futterbootes suche intensiv nach Fischen auf dem Echolot. Bei einer Wassertemperatur von nur 7 Grad wird es keine leichte Session. Trotzdem bin ich zuversichtlich. Meine Chods sind mit gelben Dumbells bewaffnet – meiner Erfahrung nach die beste Farbe am De Koperen Plas.
Und meine Taktik scheint aufzugehen, da die erste Rute innerhalb von nur zwei Stunden abläuft. Ein heftiger Drill folgt. Es fühlt sich gleich wie ein guter Fisch an. Der Karpfen läuft tief und gibt kaum nach. Dann sehe ich, wie sich der Fisch zum ersten Mal an der Oberfläche dreht.
„Wow, der sieht gut aus!“
Der Fisch gibt einen kräftigen Schlag mit seiner Schwanzflosse – dann stehe ich plötzlich mit einer in ihre Ausgangslage zurück gefederten Rute am Ufer. Wie ist das möglich? Zu meiner großen Überraschung finde ich schnell den Grund: Der Wirbel ist gebrochen.
Unglaublich.
Ich fluche innerlich und verkrieche mich ins Zelt, um meine Montage wieder in Ordnung zu bringen. Der erste Karpfen des Jahres ist schon verloren.

Endlich Fisch
Die Nacht bleibt ruhig und ich schlafe wunderbar in meinem mit elektrischer Heizung ausgestatteten Zelt. Am De Koperen Plas übrigens eine perfekte Alternative zur Gasheizung, denn Strom ist an den Angelstellen vor Ort. Am nächsten Morgen liege ich noch bequem im Schlafsack, als ich plötzlich einen vorsichtigen Run bekomme. Nach einem soliden Drill lande ich einen herrlichen Spiegler, der 18 kg auf die Waage bringt.
Nach dem wunderbaren Fisch bringe ich meine Rute schnell wieder aus.

Was für ein Brocken!
Am Nachmittag, ich spreche gerade mit einem Kumpel, läuft die Chod-Rute erneut ab. Der sich anschließende Drill ist sehr intensiv. Der Fisch bleibt tief und gibt kräftige Schläge von sich. Er gibt zunächst nicht klein bei. Als ich den Karpfen das erste Mal sehe, werde ich wirklich nervös. Der sieht verdammt gut aus! Bloß nicht wieder verlieren, dieses Mal muss alles halten.
Meine Euphorie ist enorm, als der Riese endlich elegant über den Kescherrand gleitet. Den Brocken müssen wir tatsächlich mit vereinten Kräften auf die Abhakmatte wuchten. Wir hängen den Fisch an die Waage. Der Zeiger bleibt schließlich bei 27,4 kg stehen.
Mir fehlen die Worte. Ich habe meinen PB gebrochen und gleichzeitig einen neuen Seerekord für den De Koperen Plas aufgestellt.
Am Ende meiner Session gelingt es mir noch, einen makellosen Spiegler von 13 Kilo zu fangen. Ein wunderbares Ende einer unvergesslichen Kurzsession. Nach dem Verlust eines guten Fisches läuft es für mich am Ende doch noch gut und ich darf drei wunderschöne Fische landen. Enttäuschung und Euphorie liegen beim Karpfenangeln nah beieinander.

Alle Infos zum De Koperen Plas:
https://www.thecarpspecialist.de/karpfengewasser/de-koperen-plas