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FRÜHER WAR ALLES BESSER

Diese Überzeugung hält sich hartnäckig. Auch unter Karpfenanglern. Speziell bei Zeitgenossen, die auf auf ein paar Jahrzehnte Angelpraxis zurück blicken.
In mancherlei Hinsicht will ich das nicht abstreiten. Manche Dinge waren tatsächlich besser.

Aber ich sehe die Sache differenzierter. Denn mit den nötigen Jahren Abstand betrachtet, ist es doch erstaunlich, wie schnell sich eine eigentlich miserable Gegenwart in eine „gute alte Zeit“ verwandelt hat.
Vollkommen menschlich: Unsere Erinnerungen verwässern. Und sie haben dann nicht zwingend etwas mit den harten Fakten zu tun. Schöne Dinge bleiben im Kopf, schlechte werden ausgeblendet.
Was bleibt, ist eine gefühlte Wahrheit.

Beim Fang dieses kleinen Spieglers sah die raue Realität Ende der Achtziger so aus: Während meiner 3-tägigen Wintersession am niederländischen Twentekanaal blieb der Winzling der einzige Fang.
Dafür jede Menge abgerissene Montagen, verlorene Bleie, ein geschrotteter Bissanzeiger sowie ein abgetretener Außenspiegel am Auto. Und bei Tagestemperaturen kaum über Null habe ich die meiste Zeit gefroren wie die Schneider.

Zumindest Letzteres würde mir beim Winterangeln nicht mehr passieren. Denn inzwischen habe ich eine Heizung dabei. Die macht mein Winterangeln heute auf jeden Fall angenehmer.

Okay – dafür muss ich auch eine schwere Gasflasche schleppen.

Aber irgendwas ist ja immer…