Radikalmaßnahme in Australien

Kurios: Zu viele Karpfen, jetzt

soll der Koi-Herpes-Virus helfen

Hierzulande fürchten sich Angler, Fischzüchter und Gewässerbetreiber vor dem Koi-Herpes-Virus (CyHV-3), in Australien aber soll der Virus nun bewusst implantiert werden – um die überbordende Karpfenpopulation einzudämmen. Betroffen ist das Murray-Darling-Becken. Dieses Flusssystem, mit mehr als einer Million Quadratkilometer fast drei Mal so groß wie die Bundesrepublik, reicht vom nordöstlichen Bundesstaat Queensland bis hinunter ins Mündungsgebiet in Südaustralien.

Im Murray-Darling-Becken machen die Karpfen mittlerweile 80 bis 90 Prozent der Fischmasse aus. Zuviel für die australischen Behörden, welche die einheimischen Fischarten schützen möchten. Darum wollen sie den Koi-Herpes-Virus aussetzen, dieser soll die lästigen Karpfen dahin raffen.

Wissenschaftler indes bezweifeln die Wirksamkeit dieses Vorgehens. Denn der Virus ist bei Temperaturen über 30 Grad nicht mehr ansteckend. Deshalb, so Jonathan Marshall von der Griffith University in Nathan, würden die Karpfen in die warmen Gewässerregionen flüchten und sich dort weiter reproduzieren. Zudem, so Marshall, könnten sich auch einheimische Fischarten mit dem Virus infizieren.

Als treibende Kraft hinter dem Vorhaben gilt Australiens Vizepremier Barnaby Joyce. Seine Präsentation des Virus-Programms im australischen Parlament geriet freilich erheiternd. Unter dem Gelächter vieler Abgeordneter rief Joyce: „Wir wollen nichts mit Karpfen zu tun haben, wir wollen sie loswerden.“

Das CyHV-3-Programm soll sich über die nächsten 30 Jahre hinziehen, es sind Kosten von 15 Millionen australischen Dollar (rund 10 Millionen Euro) veranschlagt.

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