Der Winterschlaf hat ein Ende

thumb_portraitAngler: Mathis Korn
Gewässer: Baggersee in Bayern
Mission: Endlich Fisch


18. März 2011

18:00 Uhr:
Endlich Feierabend. Ich bin wirklich froh, denn meine Woche war sehr arbeitsintensiv. Es ist das dritte Wochenende das ich in meiner neuen Heimat Bayern am Wasser verbringen werde. Mit einem breiten Grinsen verabschiede ich mich von meinen Arbeitskollegen, starte ins Wochenende. Ich hoffe auf Fisch.

19:30 Uhr: Nach zehn Kilometer stockendem Verkehr auf der Autobahn bin ich am See angelangt. Es ist bereits stockdunkel als ich mein Schlauchboot startklar mache. Ein warmer Westwind begleitet mich auf der Suche nach zwei Erfolg versprechenden Spots. Ich suche Kanten in etwa fünf Metern Tiefe. Diese bilden an diesem Gewässer den Übergang von hartem zu weichem Boden. Da werden die Fische langziehen, davon bin ich überzeugt.

thumb_bild_120:00 Uhr: Die Spots für die Nacht sind gefunden. Es wird Zeit, die Montagen auf den zuvor im GPS eingespeicherten Stellen abzulegen. Schnell werden noch etwas M1-Method-Mix, gebrochener Mais, Hanf, Tigernüsse, Pellets und eine handvoll Fruit and Nut 16mm Boilies im Ortlieb Beutel miteinander vermengt. Die Mixtur wird großzügig über und um meinen Hakenköder verteilt.

thumb_bild_221:30 Uhr: Ich bin gerade im Begriff einzuschlafen, als mein linker Bissanzeiger sich mit einem Fallbiss meldet. Zu früh gefreut, nach wenigen Tönen verstummt er wieder. Trotzdem stehe ich neben den Ruten, starre auf den Hanger, der inzwischen von einer Eisschicht überzogen ist. Plötzlich wieder Bewegung: der Hanger senkt sich, im nächsten Moment setzte ich den ersten Anschlag des Jahres. Yeah!

thumb_bild_321:45 Uhr: Nach einem kurzem Drill liegt ein prächtiger Spiegler auf meiner Matte. Der Anfang ist gemacht. Überglücklich setzte ich den Fisch nach ein paar Nachtaufnahmen wieder zurück in sein Element. Jetzt schnell die Montage mit einem 16mm Fruit and Nut und einem Pineapple Pop-up neu beködern und zurück damit auf den erfolgreichen Spot.


19.März 2011

thumb_bild_43:30 Uhr:
Meine i-3 Sounderbox reißt mich aus dem Tiefschlaf. Was ein geiles Gefühl! Die ewige Eiszeit scheint vorbei, die Fische scheinen aktiv auf Nahrungssuche zu sein. Mit gekrümmter Rute sitze ich bereits wenig später das zweite Mal drillend im Boot. Der Fisch zieht tief unter mir seine Bahnen. Aber der Fisch hat noch nicht die gewohnte Power, das Wasser ist noch kalt. Er gibt sich relativ schnell geschlagen. Nach einigen Fluchten ziehe ich einen weiteren, makellosen Spiegler über mein gefrorenes Keschernetz.

thumb_bild_518:00 Uhr: Der Tag ist wie im Flug vergangen. Aber es kündigt sich ein Wetterumschwung an. Ein unangenehmer Ostwind lässt wenig Hoffnung auf einen weiteren Fisch. Ich kochte mir etwas Warmes. Danch schnappte ich mir mein Buch. Es ist noch zu früh für Augenpflege.



thumb_bild_622.30 Uhr: Der Himmel ist sternenklar, als ich aus meinem kuschelig warmen Schlafsack in Richtung Ruten hechte. Der kalte Wind hat anscheinend doch keinen negativen Einfluss auf die Fresslaune der Karpfen. Mit 15,1 Kilogramm fange ich sogar den ersten Dreißiger des noch jungen Jahres. Damit habe ich nicht gerechnet, bin überglücklich. Nach ein paar Schnappschüssen von dem Prachtburschen geht´s schnell zurück in den Schlafsack.


10.März 2011
 
9:00 Uhr: Den Rest der Nacht bleibt es still. Vielleicht doch ein Glückstreffer? Nachdem ich mir in der Morgensonne ein zünftiges Frühstück gemacht habe, packe ich meine sieben Sachen zusammen. Ich fahre wieder in die Großstadt, einer neuen Arbeitswoche entgegen. Macht nichts. Denn ein Ding scheint sicher: Der Winterschlaf ist zu Ende!