Ein Wintermärchen
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Angler: Nils Thönnes, Rouven Meierjohann
Gewässer: Flussabschnitt in NRW
Wetter: Winterlich, mit Temperaturen von bis zu 17 Grad minus



27. Dezember 2010

14:00 Uhr: Nach langer Fahrt bin ich endlich angekommen. Zusammen mit meinem Freund Rouven Meierjohann habe ich für die kommenden Tage mehrere kurze Sessions geplant. Vor seiner Haustür stehe ich nun in geschätzten 50 Zentimetern Schnee. Ja, es ist Winter. Die Haustür öffnet sich und ein netter Typ in Freizeitkleidung erwartet mich: ,,Hey Nils, was geht ab?“ In der Küche wartet leckerer Glühwein.


thumb_bild_116:00 Uhr: Endlich ans Wasser. Ein Fluss soll es werden. Die Strömung hält das Wasser frei. Die meisten stehenden Gewässer sind seit Wochen zugefroren. Bei 10 Grad minus ähnelt unsere Fahrt eher einer Rutschpartie. Es geht durch Feldwege und vereiste Straßen. Ob das Fischen wohl aussichtsreich ist frage ich mich. Ist meine 250 Kilometer weite Anfahrt das wert?



16:25 Uhr:
Rouven zeigt mir die Angelplätze, die ihm in der Vergangenheit durchaus Fisch gebracht haben, auch im Winter. Wir füttern die Plätze mit einigen Punta Chilli Boilies von Cipro an. Angeln gehen wir erst morgen früh.

17:00 Uhr: Kurzer Zwischstopp bei einer Fast-Food Kette. Bei einem Kaffee können wir unsere Strategie für den nächsten Morgen bequatschen. Danach geht´s zurück.


28. Dezember 2010

thumb_bild_26:00 Uhr: Der Wecker reißt uns aus dem Schlaf. Schnell ein paar warme Klamotten anziehen, das Auto frei kratzen, ab ans Wasser. Es ist bitterkalt, aber das ist keine Überraschung.



6:30 Uhr:
Nach erneuter Rutschpartie sind wir endlich da. Die Ruten haben wir schon am Vorabend montiert und beködert. So können wir sie direkt einwerfen.

6:50 Uhr: Das eisige Warten beginnt.

14:00 Uhr: Immer noch nichts! Die Zweifel werden größer... Gott sei Dank hat Rouven noch einen Alternativplatz im Auge, ein Stück Fluss aufwärts.

15:10 Uhr: Nach dem Einpacken füttern wir die neue Stelle etwas an. Dort werden wir am nächsten Morgen unseren nächsten Anlauf wagen. Mit ein paar Punta Chillis und Betaine Seed Pellets muss es doch irgendwie laufen...


29. Dezember 2010

6:00 Uhr: Piep Piep Piep... Na klar, der Wecker! Das bekannte Prozedere: Schnell frisch machen, anziehen und Stullen schmieren. Das Auto ist noch beladen. Also rasch die Scheiben frei kratzen - ab die Post! Das Außenthermometer zeigt -17,5°C an. Wahnsinn!

7:00 Uhr: Wir sind da. Schnell liegen die Ruten im Wasser. Der erste Biss lässt nicht lange auf sich warten. Und das bei den Außentemperaturen. Unglaublich.

thumb_bild_37:10 Uhr: Der Fisch ist ganz schön agil. Trotzdem: Nach hartem Kampf in der Strömung liegt ein runder Fluss-Spiegler im Netz. Schnell versorgt, ein schnelles Erinnerungsfoto und ab ins Wasser mit ihm. Bei den Temperaturen sollte man sich beeilen, die trockene, eisige Luft kann die Schleimhaut der Fische beschädigen.

thumb_bild_47:20 Uhr: Als meine Rute gerade wieder im Wasser liegt, läuft Rouvens Rute ab. Wir können es beide nicht fassen. Auch der Fisch wird nach erfolgreicher Landung schnell versorgt und wieder in die Freiheit entlassen. Beim Zurücksetzen bekomme ich den dritten Biss.

thumb_bild_57:30 Uhr: Ein wunderschöner Halbzeiler findet den Weg in meinen Keschers. Drei Fische in so kurzer Zeit. Da geht noch was.

 



10:20 Uhr:
Leider tut sich nichts mehr. Erst nach drei Stunden frieren bekommt Rouven doch noch einen Biss. Leider schlitzt der Fisch direkt nach dem Anhieb aus. That`s life!

15:00 Uhr: Es reicht für heute. Durchgefroren aber zufrieden packen wir zusammen. Wir hätten beide niemals mit so vielen Bissen gerechnet – mitten im Winter! In Gedanken planen wir auf dem Rückweg bereits die nächste Tour. Das wird ein echtes Wintermächen...