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Deutschland im Herbst Drucken E-Mail

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Angler: Maurice Willms
Beruf: Umschüler zum Erotikregisseur
Tag: Anfang November
Wetter: Noch viel wechselhafter
Ort: Baggersee in der rheinischen Tiefebene






thumb_bild1Endlich Urlaub - wie ein Kind habe ich mich auf den wohlverdienten Urlaub gefreut. Ich werde richtig abräumen, da war ich mir sicher. Wenn nicht jetzt, wann dann? Jetzt habe ich drei Nächte in meinem Urlaub gefischt und es kotzt mich alles an. Dabei war ich hoch motiviert angekommen, hatte jeweils über zwei Stunden mit der Spod-Rute angefüttert, meine Köder lagen perfekt und auch sonst hatte ich alles richtig gemacht. Glaubte ich zumindest. Nun bin ich einen kleinen Schuppi und drei Brassen weiter und völlig niedergeschlagen. Sogar mein Ausblick auf den an dieser Stelle unabdingbaren Rodpod ödet mich an. Und das Wetter ist alles andere als viel versprechend, dafür aber schlecht fürs Gemüt. November-Tristesse eben. Kurz entschlossen packe ich ein. Den Weg zum Auto muss ich zweimal bewältigen, bin verschwitzt und völlig entnervt.

Aber nach einer ausgiebigen Dusche, einem vernünftigen Kaffee, einer halben Stunde in Ruhe auf der Couch kriechen langsam die Angelgeister in mich zurück. Ok, mir ist klar, der Herbst wird nicht
mehr recht laufen: Massenfänge oder mehrere große Fische in kurzer Zeit werden sich diesen Spätherbst wohl nicht mehr einstellen. Angeln will ich aber doch. Ich brauche Abwechslung, aber keinen Gewässerwechsel. Das Gewässer soll es schon bleiben. Ich will aber keinesfalls mehr auf den gleichen Uferabschnitt gucken, wie das ganze Jahr zuvor. Dort kenn ich inzwischen jedes Eichhörnchen mit Vornamen. Nachts hörte ich sie über mich lachen. Ich muss weg – auch wenn ich dafür meinen Futterplatz verlassen muss. Der obere Seeteil hat mich das ganze Jahr nicht gesehen und das wird beinahe sein wie an einem anderen See.

thumb_bild2Mein Gerät baue ich um. Das verhasste brauche ich an der neuen Stelle nicht, dafür kommen die
guten alten Neville Piepser zum Einsatz, die Ruten werden wieder mit Banksticks „englisch style“ aufgebaut. Auch meine Köder werde ich wechseln. Es werden die süßen Tigernut Boilies.



thumb_bild3Um aus der Routine auszubrechen, die sich bei mir eingeschlichen hatte, binde ich neue Montagen:
Hinged Pop-up-Rigs frei nach Terry Hearn. Ich muss einfach mal wieder was fürs Herz machen, womöglich sinnlos, aber mit enormem Spaß-Faktor!


thumb_bild4Spaß bereitet mir obendrein, dass ich nach fast 15 Jahren aus einem Angelladen noch eine nagelneue „Monster Sling Retainer“ von Nash bekommen habe. Für mich bis heute die beste Wiegeschlinge, die es je gab. Sebastian, vielen Dank für das Aufstöbern!

Was soll ich sagen, meine Einschätzung mit dem Ausbleiben der Riesenfische war richtig. Immerhin bekomme ich an meiner neuen Stelle drei Anbisse. Zwei Kindergartenflüchtlinge und ein Spiegler mit etwa elf Kilogramm.


thumb_bild6Nicht der Herbstbrummer, den ich mir erhofft habe aber dennoch ein vergleichsweise großer Fisch. Zwei Nächte Pause stehen an und dann schauen wir weiter. Ich bin gespannt, ob aus diesem Herbst fischtechnisch noch etwas wird.