Weihnachtskarpfen

Ein traditionelles Weihnachtsfest? Für Jan-Martin Krok, Freundin Nadine und Hund Bandit eindeutig zu langweilig! Sie nutzten die Feiertage für eine kurze Session in Frankreich. Dort landeten die Weihnachtskarpfen nicht auf dem Teller sondern im Netz.

Wenn wir an Weihnachten in einem Film mitspielen müssten wäre es definitiv „Der Grinch“. Und wir würden die Hauptrollen bekommen. Das ganze Festtagesgebimmel – eher nicht unser Ding.

Da man die Tradition jedoch nicht ganz brechen darf (sonst wären zwei Mamis nicht erfreut), schmiedeten wir den Plan am ersten Weihnachtstag für eine schnelle Nacht in unser Nachbarland Frankreich zu fahren. Da wir nur etwa 20 Minuten Fahrzeit von der französischen Grenze weg wohnen, konnten wir diesen Plan schnell in die Tat umsetzen. Schon am Heiligen Morgen wurde das Auto mit dem Nötigsten gepackt und noch schnell was zu Essen besorgt.

Der Tag flog nur so an uns vorbei. Familiäres Raclette-Essen, Bescherung und dann den Abend mit ein paar runden Kniffel ausklingen lassen – zack war auch schon der Morgen des ersten Weihnachtsfeiertages da.

Nach einer schnellen Tasse Kaffee und dem Einladen der Verpflegung ging es los. Unser Ziel war ein zirka 7 Hektar großer See. Am Wasser angekommen, verschafften wir uns einen kurzen Überblick und entschieden uns dafür direkt hinterm Parkplatz unser Zelt aufzubauen. So musste wir nur die benötigten Sachen aus dem Auto holen und warum kompliziert, wenn es auch einfach geht?

Nachdem ich mir mit dem Deeper einen kurzen Überblick verschaffte, entschied ich mich dazu eine Rute links von mir, am Fuße eines Plateau mit N`Sectuss Boilies zu befischen. Zwei Ruten fischte ich auf Groundbaiter-Wurfweite mit Cockpells Fruity Fish. Auf meiner rechten Seite befand sich eine kleine Bucht, auf der ich an der flach auslaufenden Kante einen Fresh Fimette Schneemann platzierte. Ein paar gecrushte Boilies ins PVA Netz gepackt und eine Hand voll 14/17 mm Fresh Fimette grob mit dem Wurfrohr drüber – fertig!

Nachdem wir unser Zelt aufgebaut und eingerichtet hatten, kochte Nadine erst einmal eine gute Tasse Kaffee. Wir genossen die gemeinsame (Aus-)Zeit am Wasser fernab des sonst üblichen Festtagestrubels.

Draußen sank die Temperatur von Stunde zu Stunde immer weiter. Mit Anbruch der Dunkelheit warf ich die Zeltheizung an und wir mummelten uns in die Schlafsäcke. Es dauerte nicht lange, bis Nadine eingeschlafen war. Ich machte mir noch eine Tasse Tee mit Honig und wollte dann auch versuchen zu schlafen. Auch ich merkte, dass es am Heiligen Abend etwas später geworden war.

Es muss so etwa halb neun gewesen sein, ich war grade eingedöst, da meldete sich auf einmal meine Funkbox mit einem Piep. Und aus dem Piep wurde ein Dauerton. Schnell raus aus der warmen Höhle, rein in die Thermojacke und ab an die Rute. Es war die Rute am Plateau. Nach kurzem Drill konnte ich einen kleinen Schuppi sicher keschern.

Kurz versorgt, im Schonsack eingepackt, Rute neu geworfen und wieder ab ins Warme. Die Temperatur war inzwischen deutlich unter null. Das konnte man an der Eisschicht auf den Ruten erkennen. Lange dauerte es nicht, bis ich wieder im Land der Träume war.

PIEEEEEEEP – mein Traum war zu ende!

Eins kann ich sagen und damit geht es mir bestimmt nicht alleine so: mein Wecker bekommt mich nie so schnell wach, wie der Piepton meiner Funkbox. Vom Schlaf leicht benebelt stolperte ich aus dem Zelt in Richtung Rod Pod bis ich realisierte, dass keine der Ruten, die auf dem Pod abgelegt waren, ablief.

Es war die Rute auf dem einzelnen Stick, die ich in der Bucht ausgelegt hatte! Auch diesen Schuppi konnte ich sicher in die Maschen bringen. Nadine und unser Hund Bandit hatten von der ganzen Aktion nichts mitbekommen und waren Morgens erstaunt, als ich davon berichtete. Bei den niedrigen Temperaturen hatten wir eigentlich nicht damit gerechnet, überhaupt was zu fangen und jetzt hatten wir schon zwei.

Nadine schnappte sich schon kurz nach Sonnenaufgang die Kamera, um ein paar Momente in der Natur festzuhalten. Als sie aus dem Zelt huschte, piepte die Rute der Bucht einmal kurz. Ohne diesem Piep weitere Beachtung zu schenken, döste ich noch etwas im Schlafsack vor mich hin und checkte mein Instagram-Account. Nach etwa 20 Minuten fragte mich Nadine, warum meine Rutenspitze der Buschtrute denn so wackelt und die Schnur in eine komplett andere Richtung zeigen würde?

Sie überlegte nicht lange und nahm die Rute auf und drillte einen weiteren schönen Schuppi. Nach einer kurzen Fotosession unserer Fänge packten wir unsere sieben Sachen zusammen und machten uns auf den Weg zum gemeinsamen Weihnachtsessen mit meinen Eltern.

Trotz geringem Aufwand und widrigen Bedingungen konnten wir so in nicht einmal 24 Stunden drei schöne Weihnachtskarpfen fangen, die uns persönlich den Stern auf die Tannenbaumspitze zauberten. Wir wünschen allen ein erfolgreiches Jahr, viele Nächte am Wasser und dicke Fische!

Jan-Martin und Nadine

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