WEIBLICHE INTUITION

Schon am Morgen startete ich mit unserem Hund Bandit auf dem Beifahrersitz in Richtung Weiherkomplex. Meine Freundin Nadine musste noch arbeiten, wollte später aber nachkommen. So baute ich Camp und Ruten alleine auf. Ist sowieso “Männersache”.

Über den anvisierten Angelplatz waren wir uns jedoch vorher einig. Ein strategisch klug gewählter Platz, von dem aus wir zwei unterschiedliche Weiher beangeln konnten. Ich sollte meine Ruten im rechts gelegenen Teich auslegen, Nadine wollte unbedingt im linken Weiher angeln.

Gegen 11:00 Uhr am Vormittag hatte ich alles einsatzbereit. Da ich vor 18:00 Uhr nicht mit Nadine rechnen konnte, setzte ich beide Seiten schon einmal vorsorglich mit einigen Boilies unter Futter. Cockbaits Mulbilla Cream versus Cockita. Zudem fütterte ich pro Platz noch eine kleine Hand voll Tigernüsse dazu.

Nachdem ich zumindest meine Ruten schon einmal scharf gemacht hatte, kümmerte ich mich noch um den Feinschliff des Camps. Schließlich sollte sich meine bessere Hälfte nach getaner Arbeit am Wasser wohlfühlen. Die Zeit verflog und ehe ich mich versehen konnte, war Nadine da und wir konnten auch ihre Eisen ins Feuer legen.

Kurz darauf konnte ich den ersten Fisch für mich verbuchen. Der schöne Spiegelkarpfen konnte meinem Cockita Snowman nicht widerstehen.

Gegen 19.30 Uhr kamen Sascha und Ribana zum Grillen vorbei. Später zündeten wir noch ein Maifeuer an. Der Spaß sollte schließlich nicht zu kurz kommen, wir wollten einfach unsere Zeit am Wasser genießen und den Abend gesellig ausklingen lassen.

In der darauffolgenden Nacht fing Nadine ihren ersten Fisch. Das war der Ausgleich, die Fänge bisher gerecht verteilt.

Am frühen Morgen, es wird so um 6:00 Uhr gewesen sein, lief meine Rute im rechten Teich erneut ab. Ein schöner, dicker Spiegler zeigte sich wenig später an der Oberfläche. Auch er landete kurz darauf im Netz. Allerdings sollte das für diesen Tag mein einziger Fischkontakt bleiben.

Bei Nadine lief es hingegen wesentlich besser. Sie konnte an diesem Tag ganze sieben Fische landen. Offenbar lag sie mit dem Gedanken, dass die weißen Mulbilla Cream Boilies auf dem eher dunklen Boden besser auffallen und schnelle Abnehmer finden, genau richtig. Der Tag geriet zu einer regelrechten Lehrstunde. Mit zwei ordentlichen Schuppis und fünf Spieglern auf ihrer Seite starteten wir in die nächste Nacht.

Die blieb allerdings ruhiger als erwartet. Bis auf einen Biss auf meiner Seite tat sich nichts.

Am nächsten Morgen klingelte um 6.00 Uhr der Wecker. Nadine kurbelte ihre Ruten rein und verabschiedete sich zur Arbeit.

Mir blieb noch Zeit bis in den frühen Nachmittag. Die Chance, mein Fangergebnis ein wenig aufzubessern. Leider konnte ich nur noch einen weiteren Fisch fangen.

Für mich aber gar kein Problem, wenn meine Freundin mal ein paar Fische mehr Fische fängt. Die Freude daran, unser Hobby gemeinsam mit meiner besseren Hälfte erleben zu dürfen, ist für mich viel wertvoller. Gemeinsame Zeit ist wertvolle Zeit. Wer fragt da noch nach dem Fangergebnis?

In Nadins Fall war es vermutlich Anfängerglück.
Vielleicht aber auch einfach weibliche Intuition.

Jan-Martin Krok

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