WAS FÜR EIN FEST!

Es ist kaum zwei Wochen her: Frost, Schnee, endloses Grau, totale Tristesse, der Frühling drohte auszufallen.
Und jetzt?
Der krasse Gegenentwurf. Vom einen Tag auf den anderen herrschen beinahe frühsommerliche Temperaturen, überall grünt und sprießt es, Sumpfdotterblumen und Zierkirschen stehen in voller Blüte. Die Natur feiert ihr Fest mit Blumen. Und in diesem Jahr hat die Natur viel nachzuholen, der Winter kam spät und hielt lange durch, die Vegetation hängt entsprechend hinterher.

Ich mag diese Jahreszeit, wenn die Natur zu explodieren scheint. Es hat etwas von Neubeginn, von Aufbruchstimmung. Es macht einfach wieder Spaß, draußen zu sein – ohne Winterjacke und Wollmütze.

Beim Angeln bringt der Temperaturanstieg ungewohnte Vorteile mit sich. Meine Heizung kann ich erst einmal einmotten. Auch die dicke Gasflasche bleibt künftig im Keller. Zumindest diese Extra-Schlepperei hat sich hoffentlich bis auf weiteres erledigt.

Der Temperaturanstieg zeigt auch unter Wasser Wirkung. Langsam kehrt in den Seen und Flüssen das Leben zurück. In vielen Gewässern sind die Kröten angekommen. Sie feiern Hochzeit und sorgen in Form schwarzer Mini-Perlenketten für die nächste Generation. Die ersten Wasserläufer sausen über die Oberfläche, im Flachwasser sind die Krebse schon in Bewegung.

In tieferen Wasserschichten dauert das nachhaltige Erwachen wohl noch etwas. Dort ist bisher kaum ein Hälmchen in Sicht, die Fische sind noch träge.

Ich habe das schon oft erlebt: Wenn im Frühjahr die Temperaturen von Knall auf Fall nach oben schießen, ist das für unsere Fangaussichten eher kontraproduktiv. Der Schein trügt also. Auch wenn wir mit den ersten Sonnenstrahlen schnell Frühlingsgefühle entwickeln und es unbedingt wollen – die Karpfen wollen allgemein eher nicht. Sie brauchen einige Tage, um in den Fressmodus zu kommen. Selbst flache Gewässer sind nach einem solchen Wetterumschwung keine Selbstläufer.

Aber wer braucht schon einen Fangerfolg? Der wird ohnehin völlig überbewertet.

Die Ruten raus. Reine Makulatur. Wir sind doch ohnehin in erster Linie draußen, um die Natur zu genießen und die Seele baumeln zu lassen. Zumindest wird das von vielen Karpfenanglern gerne behauptet.

Kay Synwoldt

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