WARME OVERNIGHTER

Die diesjährige Hitzewelle macht nicht nur uns, sondern auch unseren Lieblingen, den Karpfen zu schaffen. Denn viele Gewässer enthalten mit dem aufgeheizten Wasser nur noch vergleichsweise wenig Sauerstoff. Auch für uns Angler ist es ohne schattigen Baum fast unerträglich, sich tagsüber am Wasser aufzuhalten. Mücken, Wespen und Ameisen erschweren uns den Aufenthalt zusätzlich. Trotzdem kann ich irgendwie nicht ohne Angeln. Allerdings habe ich meine Angelei fast ausschließlich auf die Nächte verlagert.

Abends nach getaner Arbeit raus fahren und in den frühen Morgenstunden wieder nachhause. Ohne großen Aufwand, ohne viel Tackle. Einfach die Liege mit Mosquitonetz unter dem Schutz eines Baumes platziert, meine Montagen mit wenig Futter an die Plätze gefahren – nach gerade einmal 15 Minuten Arbeit habe ich alles fertig für die schnelle Nacht.

Die Köder lege ich gern direkt in Krautbereichen oder vor dem Holz ab. Meiner Erfahrung nach ziehen die Fische besonders in der zweiten Nachthälfte und den frühen Morgenstunden an solchen Bereichen entlang auf der Suche nach Dreikantmuscheln, Wasserflöhen und Tubifex.

Auch wenn die Karpfen derzeit nicht viel fressen, mit einer Hand voll Pellets und fünf oder sechs Tigernüssen konnte ich trotz der Sommerhitze ein paar schöne Fische fangen – ohne mich dafür halb tot zu schwitzen.

Auch wenn ich mal leer aus gegangen bin, nur mit der Liege in der Natur ist immer wieder ein wunderschönes Gefühl, die Augen beim Sonnenaufgang zu öffnen.

Thomas Rechenbach

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