SOMMERLOCH

von Nick Halbeisen

Die lange Hitze – das derzeit wohl am meist diskutierte Thema des Angelsports. Die Temperaturen steigen, der Sauerstoffgehalt der Gewässer sinkt, überall wuchert das Kraut und die Fische reduzieren ihr Fressverhalten auf das Nötigste. Im Grunde genommen ähnlich schlechte Fangaussichten wie im Winter.

Was tun? Zu Hause sitzen und auf den Herbst warten? Und das obwohl die Saison gerade erst begonnen hat? Natürlich NICHT! Gerade wenn die Bedingungen schwierig sind, wird es doch erst interessant. Jetzt muss man sich Gedanken machen und seinem Jagdinstinkt freien Lauf lassen. Allerdings ist erfolgreiches Angeln jetzt mit viel Arbeit verbunden. Die Stellen, die vielleicht im Frühjahr interessant waren, die bequem Stellen wo man quasi aus dem Auto heraus in Ufernähe angeln kann, sind jetzt meist die unproduktivsten Plätze. Jetzt muss man oft weite, kaum zugängliche Wege gehen. An Plätzen Fischen, die kaum beangelt werden, wo sich die Fische in Sicherheit wiegen. Oft genug muss man dafür mit dem Boot übersetzen, was nicht selten bedeutet Tackle zu minimieren und auf Luxus verzichten. Für den heutzutage eher auf Bequemlichkeit bedachten Karpfenangler ein herber Tiefschlag. Am Angelplatz angekommen, geht es gleich weiter: Welche Taktik wähle ich? Welches Futter? Wie viel?

Ich bin sicher, der beliebte Grundsatz "Futter ist Macht" ist jetzt nicht zutreffend. Ich setze jetzt eher darauf, kleine Fallen zu stellen. Am liebsten mit einem Partikelmix bestehend aus Hanf, Tigernüssen, Mais, eventuell etwas Flavour für ein wenig extra Anziehungskraft.

Als Hakenköder kommt dann meist eine Tigernuss mit einen kleinen auffälligen Pop-up, oder nur ein Pop-up, der zwei bis drei Zentimeter über meinem Partikelteppich schwebt zum Einsatz. Den Köder platziere ich dann entweder direkt im Kraut oder direkt dahinter.

Hört sich doch alles einfach an. Nein, ganz im Gegenteil. Das Angeln ist mit viel Arbeit und Stress verbunden. Man muss wegen jedem Fisch mit dem Boot raus und sich durch das dichte Kraut kämpfen. Wenn dann aber am Ende des Tages die Matte voll ist, weiß man, dass sich der ganze Aufwand gelohnt hat.

Und wenn nicht , dann hat man seine Zeit mit Sicherheit sinnvoller verbracht, als zu Hause.

Denn nicht immer zählt nur der Fisch, sondern auch die gemeinsame Zeit mit Freunden am Wasser. Durch die man den stressigen Alltag hinter sich lassen kann.

In diesem Sinne: "Haltet durch!"

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