Schneegestöber

Inspiriert von den Geschichten aus den Büchern von Christopher Pachmanns und Achim Schlüssel ging es für mich bei dem wohl geilsten Schneegestöber ans Wasser, mit dem Ziel einen Karpfen im Schnee zu fangen.

Einfach nur traumhaft, bei dem „Sauwetter“ war kein anderer Angler am Wasser, ich hatte freie Platzwahl.

Der Spot wurde direkt mit ein paar 15er Murmeln präpariert und eine Falle hinterher. Die andere Rute legte ich auf ganz neuem Terrain ab. Mein Schneemann aus einem 15er Garlic-Boilie mit einem weißen, 10-Millimeter-Poppi landete auf sechseinhalb Metern Tiefe. Dazu eine Hand voll zerdrückter und halbierter Pillen. Nach einer gefühlten Ewigkeit ertönte endlich der ersehnte Ton aus meinem Carpsounder.

Tatsächlich ein Biss.

Ich hatte schon gar nicht mehr damit gerechnet und jetzt war ich ganz nah dran an meinem Karpfen im Schnee. Nach kurzem aber spannendem Drill glitt ein makelloser Spiegler über meinen Kescher.

Perfekt.

Aber es sollte noch besser kommen.

Kaum war der erste Fisch versorgt, meldete sich meine rechte Rute, die ich mit dem Schneemann am Haar tiefer abgelegt hatte. Ein Brassen? Denn es war ein für die Weißfische typischer Fallbiss. Aber im anschließenden Drill entpuppte sich der Brassen als Karpfen. Und was für einer: Ein ungewöhnlich schön beschuppter Spiegler glitt kurz darauf in den Kescher. War das ein Traum? Nein, es war Realität.

Und es war die Rückmeldung, die ich mir für meinen Einsatz bei derart winterlichen Bedingungen erhofft hatte.

Bis zum Abend liefen bei dieser Session noch zwei kleine Spiegler ab – trotz andauerndem Schneegestöber.

Voll motiviert packte ich meine sieben Sachen ein und warf zum Abschluss an die erfolgreichen Plätze noch jeweils etwas Futter. Ich konnte es kaum erwarten, am nächsten Tag zurückzukehren.

Ich hoffte, dass mein Platz dann nicht besetzt ist. Schließlich war Samstag. Deshalb war ich schon sehr früh am Morgen am Wasser. Und ich hatte meine Ausrüstung aufgestockt. Dieses Mal wollte ich es gemütlicher angehen und ich wollte nicht frieren. Deshalb hatte ich eine Liege und meinen dicken Schlafsack dabei. So lässt es sich auch bei Minusgraden aushalten. Obwohl ich meine Rigs wie am Tag zuvor an den gleichen Stellen platzierte, lief lange, sehr lange nichts.

Ich war schon etwas geknickt. Vielleicht hatte ich, verwöhnt von der Traumsession, auch zu hohe Erwartungen?

Meine Grübeleien wurde durch einen ganz langsam abziehenden Run meiner rechten Rute unterbrochen. Ein Dank geht an Cedric, der mit dabei war und die Rute schon aufgenommen und den Drill begonnen hatte, bis ich mich endlich aus meinem Schlafsack schälen konnte. Als ich die Rute übernahm, merkte gleich, dass es ein guter Fisch war. Er stand wie eine Wand und kam kaum vom Grund hoch. Aber nach einer gefühlten Ewigkeit landete er dann doch im Kescher.

Ich war baff, denn mit 18,6 Kilo war das ein richtiger Brocken, gerade für unsere Gegend.

Mein Vorhaben, einen Karpfen im Schnee zu fangen, hatte ich damit mehr als erfüllt.

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