Rückspiel

Mein Angeljahr 2015 begann über Ostern. Mit einem Blank. Nicht das erste Mal zu diesem Termin. Aber das wollte ich nicht auf mir sitzen lassen, das schrie nach Revanche. Daher stand mein Ziel für die nächste Session fest: es musste das gleiche Gewässer sein.

Schon eineinhalb Wochen später stand ich zum zweiten Mal in diesem Jahr an den Ufern des Sees. Ein See, den ich seit meinen ersten anglerischen Gehversuchen vor nunmehr über 35 Jahren kannte. Ich war bis in die Haarspitzen motiviert. Der Platz, den ich eigentlich schon Ostern befischen wollte, war diesmal frei. Mehr noch: ich war diesmal alleine am See. Perfekt!

Zuerst wurde, wie immer, die Markerrute ausgepackt – auch wenn ich eigentlich alle Bodenstrukturen im Schlaf kenne. Aber sicher ist sicher. Jedes Jahr können sich Dinge am verändern. Außerdem dient der Marker als Anhaltspunkt für die Spombrute.

Danach das übliche Prozedere: Marker anwerfen, klippen und Futter bei die Fische. Ich verteilte etwa zweieinhalb Kilo 14mm Cockbaits Boilies „Bunte Mischung“ und 15mm Bloody Fish Cockpells.

Ich hatte für drei oder vier Tage und Nächte Zeit mit gebracht. Im letzten Licht warf ich meine Ruten an Ort und Stelle. Die rechte Rute landete auf gut zwei Metern Tiefe und hartem Boden, die linke etwas tiefer am Übergang von hartem zu weichem, aber nicht schlammigen Boden. Die tiefere mit einem doppelten Pop-up in 12 mm (Squid Octopus) beködert, die flachere mit einem 15mm Sinker. Beide Präsentationen wurden am scharfen Ende an einen 6er Pinpoint Nexgen Conti angebunden.

Fischaktivitäten an der Oberfläche konnte ich keine feststellen, als ich um 01.00 so langsam in den Schlafsack kroch. Bei angenehmer Wärme, verursacht durch meine Katalytheizung und bei halb geöffneter Tür, sank ich in den Schlaf.

Wie im Traum fand ich mich zweieinhalb Stunden später zitternd und drillend, mit meiner rechten Rute in der Hand wieder. Ich hatte sogar Schuhen an den Füssen. Kein Traum – yeeeha, so will ich das haben!

nd das war erst der Auftakt. Bis zum nächsten Vormittag hatte ich vier Fische gelandet. Was sich schon am ersten Tag herausstellte, nämlich dass es zwischen 11 und 16 Uhr eher ruhig war, blieb über die nächsten Tage so.

So hatte ich Zeit für alles andere, wie Essen, Nickerchen, Rigs binden. Täglich versorgte ich meinen Spot dezent mit Futter.

Nicht auf einmal, sondern über den Tag verteilt, zwei bis fünf Spombs alle drei bis fünf Stunden. Ich wollte die Fische bei Laune halten, nicht sättigen. Nur nicht übertreiben, denn das Wasser ist noch kalt.

Anhand der Bissfrequenz entpuppte sich meine Taktik als gute Wahl. Ich bekam sogar einen Ablauf während des Fütterns. Ein Ablauf allerdings, aus dem dann der erste Aussteiger wurde. Grrrr, ich hasse solche Überraschungen!

Aber dies zeigte mir, dass meine Theorie aus der letzten Saison nicht ganz abwegig ist. Die Theorie nämlich, dass die aufklatschende Spomb durchaus ein Signal zum Fressen sein kann.

Die nächsten Tage hatte ich konstant Aktion, sodass insgesamt 23 Bisse am Schluss zu Buche standen.

Zwar waren nicht die ganz Großen des Sees dabei, aber Fisch ist Fisch.

Darunter zwei Aussteiger – womit man mehr als Leben kann.

Ich kann nur sagen – Rückspiel gelungen!

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