Mission Winterkarpfen

Das erklärte Ziel von unserem Leser Marco Hönig ist schnell formuliert: Einen Karpfen fangen, nur einen einzigen, einen echten Winterkarpfen. Und so viel sei vorab verraten: Seine Mission ist geglückt. Aber der Reihe nach.

Mittwoch, der 10. Dezember. Ich hatte vor Weihnachten noch ein paar Tage Urlaub. „Fährst du raus oder nicht?“ Ich war unsicher, denn die Wettervorhersage hörte sich nicht gerade einladend an. Statt im kalten Zelt zu hocken könnte ich auch schön im Warmen meine neue Spielkonsole einweihen. Egal, man muss die Feste feiern wie sie fallen. Raus ans Wasser also! Schnell das Auto beladen, der Frau einen Zettel geschrieben („Bin am Wasser“), kurz noch Verpflegung eingekauft und zack war ich am Wasser.

Ich hatte mich schon vorher für einen Platz entschieden. So war alles schnell aufgebaut. Nun hieß es: Futter vorbereiten. Auch daraus mache ich keine große Wissenschaft. Bauchgefühl ist angesagt. Und davon habe ich eine ganze Menge. Vom Bauch meine ich. Halbe und ganze Boilies, ein paar gecrushte Boilies, Pellets, etwas Grundfutter, Dosenmais, Fischsoße und Kokosmilch. Alles zusammen gemischt, ergab das eine schöne Pampe. Danach nur noch die Stellen ausloten, mein Futter durfte derweil etwas ziehen. Nach ein paar Würfen war ein möglicher Hotspot gefunden – zwischen sechs und siebeneinhalb Metern tief, schön fester Boden.

Attacke mit der Spomb! Übrigens: Beim Füttern mit der Futter-Rakete verzichte ich auf das Einclippen der Schnur. Nach zwei oder drei Würfen habe ich die richtige Entfernung auch so im Gefühl. Schließlich steht ja noch der Marker, der mir als Anhaltspunkt dient. Außerdem habe mein Futter lieber etwas verteilt. Insgesamt feuerte ich zwischen 20 und 30 Portionen raus. Dann die Ruten hinterher und zwei Hände voll Knödel (15 und 20mm) mit der Cobra oben drauf.

Wahrscheinlich werden Sie denken: Viel zu viel Futter für diese Jahreszeit. Aber mein Gewässer ist ein Altarm mit etwa 33 Hektar Wasserfläche und direktem Zulauf zur Donau. Da gibt es immer reichlich Mitesser in Form von Weißfischen. Gegen 21 Uhr hörte ich zwei Pieper. WAS WAR DAS? FISCH? Raus zu den Ruten und auf die Spitze geschaut. Nichts bewegte sich. Gegen Mitternacht das gleiche Spiel. Wieder auf der gleichen Rute: Piep, piep... „Jetzt net!“ Trotzdem bin ich raus. Aber wieder bewegte sich nichts. Okay, rauchen wir eine. Der Pegelstand war inzwischen gestiegen. Vielleicht war das der Grund für die Piepser? Ich war guter Dinge. Denn meine Erfahrung sagt: steigt der Pegel, kommen die Fische in Bewegung. Die Nacht blieb ruhig. Erst gegen 7 Uhr brüllte mich ein Bissanzeiger an.

Nichts wie raus – jetzt es gibt Arbeit! DAUERTON. Total verpeilt kam ich erst mal nicht in meine Schuhe rein. Und vor den Ruten stand ich dann wie ein Esel. Welche Rute war das jetzt? Genau in diesem Augenblick stoppte nämlich der Schnurabzug. Aha, natürlich die Rute, wo der Bissanzeiger und der Swinger leuchtet. Ich Trottel. Er hing. Obwohl das Wasser kalt war, leistete mein Gegenüber ordentliche Gegenwehr. Aber dann konnte ich den schönen Schuppi über den Kescher ziehen. YES, MEINS! Ich freute mich wie ein Schnitzel. Ich wollte einen Winterkarpfen fangen – das war mir gelungen. Obwohl ich damit eigentlich gar nicht mehr gerechnet habe.

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