KEINE ZEIT!

Haben Sie nicht auch ständig das Gefühl, keine Zeit zu haben? Keine Zeit zu haben für Ruhe, für Muße, fürs Angeln?
Haben wir in unserer modernen Leistungsgesellschaft verlernt, uns Zeit zu nehmen, zu genießen?

Dabei müsste es doch umgekehrt sein. Wo wir doch die meiste Zeit bestrebt sind, Zeit und Geld zu sparen. Das, so wird uns nicht zuletzt durch die Werbung vorgegaukelt, sei erstrebenswert.
Und tatsächlich gelingt uns das auch. Wir kaufen online. Da ist die neue Big-Pit-Rolle nur einen Mausklick entfernt. Das billigste Angebot gewinnt, nicht der Fachhändler um die Ecke.
Geld UND Zeit gespart. Zumindest auf den ersten Blick.

Auch unsere Köder gibt’s heute im Internet-Shop. Sogar nach eigenen Wünschen, wenn wir wollen. Wofür noch selber rollen? Die maßgeschneiderten Köder kommen per Kurier. Wir müssen dafür nicht einmal aus dem Haus oder uns vorher um die Zutaten kümmern. Wieder Zeit gespart.

Die gesparte Zeit können wir am Wasser nutzen. Glauben wir.
Aber tun wir das auch? Wo ist sie hin, unsere ganze eingesparte Zeit?
Gewonnene Zeit wird heute GENUTZT, nicht GENOSSEN.

Oder wir verplempern die gewonnene Zeit im Internet. Wir mailen, posten, chatten, liken, laden Fotos hoch – basteln in einer Parallelwelt an unserer, wenn wir ehrlich sind eher ungewissen Online-Karriere. Zwei Welten statt einer also. Irgendwann werden wir uns entscheiden müssen.

Auch wir in der Redaktion können ein Lied davon singen. Nach der Ausgabe ist vor der Ausgabe. Dafür muss recherchiert, Texte redigiert, Bilder bearbeitet werden. Dazu kommt die gesamte Kommunikation und Administration.

Und heute gibt es nicht mehr nur die Printausgabe. Heute gibt es unsere Carp-in-Focus-Website inklusive Blog, es gibt eine Facebook- und eine Instagram-Seite. Jede Plattform dürstet TÄGLICH nach neuen Updates. Auch dafür wollen Bilder gemacht und bearbeitet, Texte redigiert oder neu geschrieben werden. Da sind die aus Lesersicht vielleicht unendlich langen zwei Monate zwischen den Erscheinungsterminen unseres Print-Magazins plötzlich ein Hauch von nichts.

Es gibt noch ein anderes Phänomen: Wer in unserer Gesellschaft Zeit hat, macht sich verdächtig. Denn womöglich hat er sich seine Zeit ergaunert. Und zwar auf unsere Kosten. Im schlimmsten Fall liegt er sogar dem Staat, also uns, auf der Tasche.

Aber sind wir mit unserem Schubladendenken nicht manchmal ein wenig voreilig? Selbst ich muss mir (unterschwellig) den Vorwurf gefallen lassen, dass ich bei meinem Job ja Zeit genug habe, zweimal in der Woche angeln zu gehen. Ja, hab´ ich. Meistens jedenfalls. Aber nur, weil ich mir diese Zeit nehme. Und das ohne dabei ständig mit dem Smartphone Kontakt zu digitalen Freunden zu halten.

Genuss braucht Zeit. Und diese Zeit sollten Sie sich nehmen.

Nehmen Sie sich Zeit, das Leben zu genießen. Oder nehmen Sie sich Zeit für die neuste Ausgabe von Carp in Focus.

Kay Synwoldt

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