Hinter dem Kraut

Pumpe fürs Boot vergessen? Ärgerlich. Besonders wenn man zum erfolgreichen Drillen und Anfüttern aufs Boot angewiesen ist. Unser Leser Paul Trommler lässt sich von Kleinigkeiten nicht aus dem Konzept bringen. Und wird belohnt.

Freitag, 16:00 Uhr: Tank-Top, Shorts und Sonnenbrillen sitzen. Endlich am Wasser des Vertrauens, nennen wir es eher feuchten Krautdschungel, angekommen. Ruten zusammenstecken, Banksticks ins Ufer stecken, Rigs einhängen, mein Titan aufstellen, Boot auspacken – alles längst Routine! Aber leider packte ich nur das Boot aus, keine Pumpe. Davon fehlt jede Spur. Pumpe vergessen!

Bei dem Kraut? Das war`s, sagte mir mein innere Stimme. Markerrute? Liegt auch zuhause – CHECK! Da liegt sie wenigstens gut und trocken. Aber deshalb zurück nach hause und den Abend gemütlich auf der Couch verbringen? Nein danke. Und soviel Kraut steht so früh im Jahr auch noch nicht. Könnte gut gehen.

Kurzerhand mache ich einige Probewürfe. Zu meinem Glück finde ich auf Gewaltwurf-Distanz einen Bereich, der sich relativ krautfrei anfühlt. Ich klemme die Schnur in den Clip und merke mir am anderen Ufer einen markanten Punkt, um diese Stelle mit Köder am Haken wieder zu treffen. Ich stecke zwei kleine Banksticks im Abstand von vier Metern neben mein Zelt und kann jetzt meine Schnur so lange um diese wickeln, bis ich am Clip angelangt bin. Dabei habe habe ich die Anzahl der Umschläge gezählt und kann die Entfernung jetzt auch auf meine zweite Rute übertragen. Dann einfach die Schnur einclippen, aufwickeln, Köder dran und auswerfen.

Mit Weitwurfblei und PVA-Stick bestückt liegen beide Montagen wenig später hinter den Krautdschungel – in knappen 92 Metern Entfernung. Aber soweit füttern vom Ufer aus? Keine Chance. Nicht mit 14-Millimeter-Bollen. Damit komme ich mit dem Wurfrohr höchstens auf 60 oder 70 Meter. Meine Köder landen also im Kraut und vergleichsweise weit weg von meinen Montagen. Man kann nicht immer gewinnen.

Ich habe trotzdem ein gutes Gefühl, denn über meinen Montagen rollen einige Rüssler.

Und tatsächlich: Nach nur einer Stunde kann ich bereits den ersten schönen Schuppi über den Kescher ziehen. Die Landung klappt ohne Probleme. Wer hätte das gedacht? In der Nacht darauffolgenden Nacht bekomme ich noch einen Biss. Den Fisch verliere ich dann leider.

Trotzdem kann ich wieder einen schönen Fisch auf der Habenseite notieren – obwohl die Session anfangs unter keinem guten Stern stand. Wir sehen: Auch wenn nicht alles nach Plan läuft, sollte man sich nicht gleich aus dem Konzept bringen lassen. Stattdessen lieber Arschbacken zusammenkneifen und improvisieren.

Dann klappt's auf jeden Fall besser als auf der Couch. Auf der Couch kann man zumindest keinen Fisch fangen.

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