Frühstart

So früh im Jahr angeln? Das ist nicht jedermanns Sache. Zu ungemütlich draußen, geringe Erfolgsaussichten. Aber es gibt durchaus Argumente, die dafür sprechen.

Jetzt ist die Zeit, wo man normalerweise weniger Verpflichtungen hat. Da bleibt mehr Zeit, um seinen Angeltrip vorzubereiten. Ein weiterer, aus meiner Sicht riesiger Vorteil: Jetzt ist selten jemand am Wasser zu sehen. Ich kann auch tagsüber anfüttern, ohne dass es jemand sieht und – selbstverständlich rein zufällig – am Folgetag an meinem Futterplatz ernten möchte. Zudem lassen sich nach dem Absterben von Wasserpflanzen Bereiche oder sogar ganze Gewässer befischen, die in Richtung Sommer total zugekrautet und nicht nicht mehr zu beangeln sind. Regelmäßig Vorfüttern erspart mir auch jetzt viel Sitzfleisch. Mindestens zweimal pro Woche sollte man etwas Futter hinein werfen. Das lässt sich zum Beispiel mit einem Familienspaziergang oder dem Auslauf für den Hund verbinden.

Da ich nicht auf Weißfische aus bin, nutze ich zum Anfüttern nur Boilies. Die sollten einen hohen Proteingehalt haben, welcher in meinem Fall auf die Bestandteile von GLM (Green Lipped Mussel), Lactalbumin und EggAlbumin zurückzuführen ist. Meine Boilies haben einen hohen Nährwert und strotzen vor Attraktivität. Mengenmäßig reichen zwei oder drei Hände voll. Womit wir noch ein weiteres Argument für die Winterangelei haben: Man spart Futter und Geld.

Immer wieder werden einige Fische auf mein regelmäßig eingebrachtes Futter stoßen. Wenn sie stetig geringe Mengen an Futter finden, werden sie anfangen, ein paar Kleinigkeiten aufzunehmen. Man sollte nur nicht die Wasservögel vergessen, die ebenfalls auf der Suche nach Nahrungsquellen sind.

Als Angelplätze wähle ich Spots, die auch im Sommer fängig waren. Denn normalerweise sollte dort auch jetzt natürliche Nahrung in Form von Larven, Würmen und Schnecken zu finden sein. Ideal ist es, wenn diese Bereiche vor den Wetterkapriolen etwas geschützt liegen. Das könnte zum Beispiel hinter eine Kante, in Ufernähe oder hinter einem Plateau sein. Habe ich keine Lust und keine Möglichkeit, regelmäßig zum Wasser zu fahren und vorzufüttern, ist auch das Instant-Angeln Erfolg versprechend. Als Lockmittel nutze ich eine Wolke aus unwiderstehlichen Attraktoren und Kohlehydraten die Fische zum Fressen animieren. Die feinen Partikel verteilen sich und sprechen auch Fische an, die zuvor nicht wochenlang auf mein Futter konditioniert wurden.

Bereits zuhause bereite ich mein Futter vor und rühre schließlich meine Lieblingszutaten zu einem Brei mit höchster Attraktivität zusammen. Inhaltsstoffe wie Lebermehl und Robin Red gehören bei mir dazu. Flüssiger Booster verleiht dem Futter eine zusätzliche Lockwirkung.

Im zurückliegenden Winter ist es mir mehrfach passiert, dass ich am See ankam und mein eigentlich am Futterplatz geplantes Angeln wegen Eis sozusagen eingefroren war. Kurz entschlossen zog es mich dann zu dem kleinen Fluss um die Ecke. Dort suchte ich mir dann ruhige Bereiche, wo die Strömung die Fische nicht zu sehr belastet: Gumpen, Löcher oder Bereiche mit beruhigter Strömung hinter natürlichen Hindernissen wie zum Beispiel hinter einem ins Wasser gefallenen Baum.

Fange ich hier in zwei Stunden nichts, ziehe ich weiter, um mein Glück am nächsten Hotspot zu versuchen. Stehen dort Fische, die zur Futteraufnahme bereit sind, dann sollte es auch bei kaltem Wasser nicht lange bis zum Biss dauern. Mit etwas Glück kann man einen Karpfen abstauben. Trotz der noch kalten Wassertemperaturen ist das gar nicht so selten. Man muss es ab und zu nur einfach probieren.

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