EINGENETZT

Mit einem Doppelton aus meinem CS-Reciever fällt der Hanger durch.
21,
22,
23...
...ab geht die Post!

Bis ich die Rute aufgenommen habe, vergehen nur Sekunden. Kurz darauf treibt es mir schon die Schweißperlen auf die Stirn. Mit gleichbleibendem Druck zerrt mir der Fisch die Schnur von der Spule und flüchtet an der steil abfallenden Uferkante stromabwärts. Gefühlt alle fünf Sekunden ruckelt es dabei bedenklich im Rutenblank. Ich kann förmlich spüren, wie meine 0,60er Schlagschnur an den Steinen scheuert.

Schließlich gleitet der Schlagschnurknoten durch den Spitzenring. Ohne weiter darüber nachzudenken, ziehe ich die Notbremse. Ich will, nein ich MUSS die Zugmaschine am anderen Ende zum Richtungswechsel zwingen.

Unter Wasser gibt der Fisch alles, am Ufer ich – mit meiner zum Halbkreis gebogenen Rute.
Dann plötzlich ein kräftiger Ruck, ich verliere für einen Moment den Kontakt zum Fisch.
FUCK!!!

Aber noch bevor ich meinen Fluch wiederholen kann, geht die Fahrt weiter. Der Fisch ist noch dran und zieht jetzt raus auf den Fluss. Völlig perplex durch die unerwartete Situation nehme ich die Rute wieder hoch und drille den Fisch wie in Trance im Freiwasser.
Ruhig und tief zieht er jetzt seine Bahnen, aber Meter um Meter gewinne ich Schnur.

Als ich den Fisch dann schließlich das erste Mal durch die Oberfläche brechen sehe, verschlägt es mir fast die Sprache.
Was für eine Maschine!

Geistesgegenwärtig greife ich zum Kescher. Aber noch einmal taucht der Fisch ab und mobilisiert dabei seine allerletzten Kraftreserven.

21,
22,
23...
...eingenetzt!

 

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