Die „Haken-Seuche“

Ja ja, das Hakenthema ist definitiv ein leidiges. Da kann ich mitreden. Denn mich ereilt die gefürchtete Haken-Seuche in regelmäßigen Abständen.

Meist aus heiterem Himmel. Wie kürzlich wieder. Die Montage, der ich lange Zeit vertraut habe, schient vom einen auf den anderen Tag nicht mehr zu funktionieren.

Zunächst keine große Sache. Ein Aussteiger – na ja, was soll´s, kann passieren. Zwar ärgerlich, aber eben Pech gehabt. Das gehört dazu. Und Pech zu haben ist für mich keine neue Erfahrung. Vielleicht hatte der Fisch auch nur ein zu weiches Maul. Oder ich habe ihn zu hart ran genommen. Denn mein Haken war tatsächlich etwas aufgebogen.

Dann folgte der zweite Aussteiger, dann der dritte – gleich hintereinander. Soviel Pech kann selbst ich nicht haben. Ich konnte offenbar machen was ich wollte – sobald ich die Rute in Händen hielt, fielen die Fische gleich wieder vom Haken. Wie Fallobst, einer nach dem anderen, scheinbar ohne Grund. Und im Handumdrehen wurde aus meinem anfänglichem „Pech“ ein handfestes Problem. Ein Vertrauensproblem.

Plötzlich war kein Haken mehr scharf und stabil genug. Auch nicht das Modell, was vorher jahrelang einwandfrei funktioniert hat. Zweifel kamen. Vielleicht hat der Hersteller die Materialmischung verändert, oder es sind Probleme bei der Fertigung aufgetreten? Das kommt vor. Hauptsache billig lautet für die Hersteller auch bei Haken die Devise. Kein Wunder – weil heute niemand mehr für Qualität bezahlen will.

Eine Alternative musste her. Damit begannen die Experimente. Und damit nicht selten eine Odyssé mit ungewissem Ausgang. Denn jedes neue Hakenmodell bedeutet eine neue Abstimmung. Ein Haken ist nur so gut, wie die anderen Komponenten, die aus ihm ein funktionierendes Fangeisen machen. Schrumpfschlauch zum Beispiel. Ich verwende ihn nach wie vor gerne. Oder alternativ fertige Line-Aligner. Bei den meisten Haken lässt sich damit die Hakeigenschaften der Montage verbessern. Voraussetzung jedoch: die passende Länge und der richtige Neigungswinkel. Das muss zur jeweiligen Biegung und Länge des Schenkels passen.

Oder die Haarlänge. Die muss zur Ködergröße passen. Und wie sollte das Haar vom Hakenschenkel abgeführt werden? Mit flexiblem Führungsring, zusätlichem Rigtube fixiert, oder ganz ohne weiteren Schnickschnack? Oder auch: Welches Vorfachmaterial soll ich verwenden? Fragen über Fragen.

Nicht selten sind es dieses Komponenten, deren Anpassung aus einem „schlechten“ Haken schnell wieder einen guten macht. Denn das Fressverhalten der Karpfen kann sich ändern. Bei geänderten Rahmenbedingungen, wie eine niedrigere Wassertemperatur zum Beispiel. Haben die Fische wenig Appetit, fressen sie „spitzer“. Und schon kann das plötzliche Aussteiger zur Folge haben. Weil die Karpfen den Haken nicht weit genug einsaugen. Nicht immer ist bei der gefürchteten Haken-Seuche auch tatsächlich der Haken das Problem.

Trotzdem habe ich für meine momentane Seuche noch keine endgültige Lösung gefunden. Ich befinde mich gewissermaßen noch in der „Experimentier-Phase“. Mein letzter Fisch war jedenfalls wieder einwandfrei gehakt. Toi toi toi...

Kay Synwoldt

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