DER FRÜHLING KOMMT

Allerdings auf leisen Sohlen. Die Osterglocken blühen, erste Weidenkätzchen auch. Indoor zumindest. Draußen zeigen sich an den Weidensträuchern hingegen erst zarte Knospen. Wenn man die Zweige der anderen Bäume oder Sträucher betrachtet, ist dort nur bei genauerem Hinsehen ein Fortschritt zu erkennen. Für den großen Wachstumsschub ist es nachts noch zu kalt.

Die langsam steigenden Temperaturen sollten also nicht darüber hinwegtäuschen: Unter Wasser ist noch Winter! Bei uns sind noch nicht einmal die Kröten in den Gewässern angekommen. Und die sind normalerweise ab Mitte März auf Wanderschaft.

Lediglich 6 Grad in 3,30 Metern Wassertiefe sprechen allerdings eine deutliche Sprache. Selbst in zwei Metern Tiefe ist es nur unwesentlich wärmer. 8 Grad Oberflächentemperatur nützt wenig, denn die kühlt über Nacht genauso schnell wieder aus. Und wie kalt es in 5 oder 6 Metern noch ist, wollt Ihr gar nicht wissen.

An den meisten Gewässern sind die Karpfen noch nicht in Bewegung. Nicht einmal an den kleineren Flüssen. Trotzdem schleichen die ersten Experten schon ungeduldig mit prall gefüllten Futtertüten um die Gewässer. Dürfen sie! Ich bin ja schließlich auch schon da. Aber mit dem Füttern kann man es jetzt sehr schnell übertreiben. Also Vorsicht – erst einmal angeln, bevor man weiter unnötig Futter hineinwirft.

Beim Angeln bin ich bisher allerdings noch (fast) alleine. Na klar – wer drängelt sich schon freiwillig in die erste Reihe, wenn es darum geht, die ersten Blanks der Saison zu verteilen? Verschwendete Zeit. Mag sein.

Ich finde ein paar Blanks nicht schlimm, ich werde davon nicht gleich depressiv. Im Gegenteil: Davon bekomme ich ein dickes Fell, damit kann ich mich am Anfang der Saison so richtig pushen. Denn schließlich fahre auch ich ans Wasser um Fisch zu fangen. Wenn´s nicht klappt, werde ich nur umso „heißer“. Mit jedem weiteren Blank lege ich noch eine Schippe oben drauf, werde vom 90-Prozent-Angler zum 1000-Prozent-Angler. Und wenn es dann endlich losgeht, bin ich gut eingeangelt und auf der richtigen „Betriebstemperatur“.

Bis die Karpfen richtig aktiv werden, kann es – realistisch betrachtet – noch zwei bis drei Wochen dauern. Aber es geht bergauf. Ganz sicher.

 

Kay Synwoldt

Bitte geben Sie die Zeichenfolge in das nachfolgende Textfeld ein

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.