DER FRÜHE VOGEL

Alexander Zirkler ist Frühstarter, wenn es ums Karpfenangeln geht. Die ersten wärmeren Sonnentage des Jahres, manchmal schon Ende Februar oder Ende März, sind für ihn der Weckruf. Damit der frühe Saisonauftakt gelingt, braucht es das richtige Gewässer und eine passende Taktik.

Wann ich anfange, meine Frühjahrsgewässer zu beangeln – dafür gibt es keine feste Regel. Das richtet sich nach den ersten sonnigen, etwas wärmeren Tagen. Oft schon Ende Februar oder Anfang März. Sechs oder sieben Sonnentage hintereinander sind ideale Bedingungen für einen ersten Versuch. Denn auch die Karpfen nehmen die ersten Sonnenstrahlen wahr. Zum einen über die Erwärmung des Wassers. Zum anderen werden die Tage im Frühjahr deutlich länger. Die Fische nehmen diese Veränderung über die Zwirbeldrüse wahr. Die regt die Stoffwechselaktivität an und die Fische fangen an zu fressen. Dann versuche ich passende Spots mit sehr wenig Futter zu präparieren.

Eine Frage der Spots
Für meinen Saisonauftakt bevorzuge ich normalerweise flache, kleine Seen oder Parkteiche mit einem relativ hohen Fischbestand. Dort bestehen schon rein rechnerisch höhere Chancen einen Fisch zu fangen, als in einem großen Low-stock-See. Mein Augenmerk beschränkt sich auf flache Buchten oder Flachwasserzonen. Ist ein Boot erlaubt, ist mein Aquaskop das beste Hilfsmittel für die Spotsuche. Denn im Frühjahr ist das Wasser vieler Gewässer oft besonders klar. Ich suche gezielt nach leicht schlammigem Bodengrund. Dort finden die Karpfen schon früh im Jahr die ersten Kleinstlebewesen wie Zuckmückenlarven. Eine willkommene Proteinquelle nicht nur im Frühjahr.
Ein weiteres, wichtiges Hilfsmittel im Frühjahr ist mein (Wasser-)Thermometer. Habe ich eine wärmere Zone gefunden, die auch noch leicht schlammigen Bodengrund aufweist, speichere ich mir diese Stelle in meinem GPS Gerät ab und füttere dort in einem Radius von etwa drei Metern ein paar Partikel und einzelne Boilies an. Ob das Futter gefressen wird, kann ich dann ebenfalls mit dem Aquaskop oder der Unterwasserkamera kontrollieren.
Gerade im Frühling ist es wichtig, die Fische nicht zu sättigen und die Plätze nicht zu überfüttern. Finde ich bei meiner Kontrolle noch Futter, füttere ich etwas weniger nach. Finde ich kein Futter mehr, kann ich meine Futtermenge vorsichtig erhöhen.

Partikel und Groundbait
Bei niedrigen Wassertemperaturen verwende ich gerne Grundfutter wie z.B. das Bigfish Grundfutter, aus der Browning Serie. Dieses Grundfutter hat eine gute Bindung. So kann ich in meine Futterballen die Partikel gut mit einkneten. Partikel kommen in meiner Angelei im Frühjahr meistens zum Einsatz. Hanf hat sich besonders bewährt, wenn ich die Fische zum Fressen animieren will. Über den hohen Ölanteil im Hanf wird zudem die Verdauung der Fische angeregt. Für meinen Frühjahrs-Partikelmix verwende ich gerne Kichererbsen, Lupinen, wenige ganze und ein paar gecrushte Tigernüsse und natürlich Hanf.
Diesen Partikelmix mische ich dann mit meinem Grundfutter und füttere dies als Ballen. Ein paar Boilies dürfen natürlich nicht fehlen, da ich über auffällige Hakenköder einen schnellen Biss provozieren kann.
Ich verwende zum Angeln im Frühling gerne süße Boilies, wie die Radical Yellow Zombie oder Rastafari Boilies. Zudem verwende ich gerne kleine Boilies mit 16mm Durchmesser. Der Appetit der Fische ist noch nicht so groß und bei kleineren Ködern müssen die Fische länger suchen, bevor sie satt sind. Denn mit kleinen Boilies erreiche ich einen größeren Streueffekt. In einer 1-Kilo-Boilietüte sind wesentlich mehr 16mm-Kugeln als Boilies mit 20mm.
Die Folge: Die Fische suchen meinen Futterplatz deutlich intensiver nach Fressbarem ab und halten sich dadurch auch länger an meinem Spot auf. Meine Chancen, dass sie dabei meinen Hakenköder erwischen, steigen.

Hinged-Stiff-Rig mit Pop-up
Meine Montagen wähle ich recht einfach. Am Haken verwende ich gerne Pop-ups. Da die Fische noch keine großen Futtermengen aufnehmen, kann ich sie mit einem auffälligen Hakenköder eher neugierig machen und einen schnellen Biss provozieren.
Mein Lieblings-Pop-up-Rig ist das Hinged-Stiff-Rig. Dieses Rig kombiniert verschiedene Vorteile. Durch das steife Fluofilament kommt es beim Werfen so gut wie nie zu Verwicklungen. Ein weiterer Vorteil ist die Krümmung des Leaders, an dem sich der Hakenköder befindet. Saugt der Fisch den Köder ein, dreht sich der Haken sofort ins Fischmaul und hakt dort sehr zuverlässig.

Versuch macht klug
Die Fische fressen zumeist schon deutlich eher, als wir denken. Daher kann ich dir nur raten auch im frühen Frühjahr einen kleinen Futterplatz anzulegen und die eigene Winterlethargie abzulegen. Ein wenig Futter am passenden Platz eingebracht kann unerwartet schnell zu Erfolgen führen. Denn die Fische sind vom harten Winter ausgezehrt und nehmen ein wenig Futter gerne an. Das habe ich auch in diesem Jahr wieder erlebt.

 

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