DER BIBER UND ICH

Vorbei die düsteren Tage, die einem die gute Laune nahmen. Inzwischen ist (Früh-)Sommer und gute Laune angesagt. Mit dieser positiven Grundeinstellung kam ich an meinem Gewässer an: voll motiviert und bereit, mich neuen Zielen zu stellen. Die Sonne lachte mir ins Gesicht, es war keine Wolke am Himmel – einfach herrlich. Ich warf einen Blick über das Wasser. An der Wasseroberfläche konnte ich ein paar Rotaugen erspähen, die ein Sonnenbad nahmen.

Karpfen waren leider nicht zu sehen.

Trotzdem war ich jetzt noch mehr motiviert, meine Ruten auszulegen und das Camp aufzubauen. Was bei den (noch) ungewohnt warmen Temperaturen schon anstrengend war: richtiges T-Shirt Wetter. An meinen Rigs setzte ich auf Nash Key Cultured Hookbaits 20mm. Im Wasser löst sich die äußere Schicht dieser Hakenköder langsam auf und gibt die natürlichen Attraktoren kontinuierlich frei. Somit haben wir einen sehr attraktiven Köder, vor allem, wenn das Wasser noch kalt ist. Lege ich meine Köder vorher in warmes Wasser, verteilen sich die Attraktoren noch schneller im Wasser. Das hat mir in der Vergangenheit schon den einen oder anderen schnellen Biss gebracht.

Zusätzlich kommen noch Key Cray Pop-up in 15mm ans Haar. Mit dem Schlauboot fahre ich in Richtung Spot. Das erste Rig lege ich im flachen Bereich auf zirka zwei Metern ab. Dort ist harter kiesiger Grund, einige Büsche hängen übers Wasser.

Die zweite Rute legte ich im Tiefenbereich ab, auf etwa viereinhalb Metern. Pro Rute fütterte ich eine Schaufel Dosenmais hinterher und paar kleine Scopex Squid Boillies dazu.

Dann spannte ich beide Ruten nach, machte meine R3 scharf und genoss die letzten Sonnenstrahlen. Ich hoffte, dass bald mein R3 um Hilfe schrie.

Leider wurde mein Wunsch so schnell nicht erfüllt. Gegen Abend, als die Sonne hinter den Horizont wanderte, kühlte es ordentlich ab.

Ich machte es mir auf meinem Bedchair gemütlich und schaute einen Film. Als ich durch meine Funkbox gestört wurde, die einen Dauerton von sich gab, rannte ich schnell an die Rute.

Leider stellte sich das als Fehlalarm heraus. Ein Biber war erst durch die eine, dann durch die andere Schnur geschwommen. Für mich bedeutete das: beide Ruten neu ablegen.

Dieses Schauspiel wiederholte sich in der Folge noch ganze sechs Mal, denn der Biber war offenbar schwer beschäftigt und schwamm ständig hin und her.

Weit nach Mitternacht war ich ziemlich angenervt und kurz davor die Ruten einzuholen. Zum Glück tat ich es nicht.

Gegen Morgen melde sich meine Funkbox erneut. Schon wieder dieser verfluchte...

Dementsprechend gemütlich ging ich zur Rute. Ich schaute nach rechts und links, konnte aber keinen Biber sehen.

Sollte das jetzt wirklich ein Fisch sein? Ich nahm die Rute auf und merkte sofort gutes Gewicht am anderen Ende und Druck auf der Rute. Ich war erleichtert. Mein Gegner holte nämlich Schnur von der Rolle. Meine Scope bog sich dabei ordentlich durch. Nach ein paar heftigen Fluchten durchbrach ein massiver und dicker Schuppi die Wasseroberfläche und glitt in meinen Kescher. Mann war ich froh, als ich den Fisch sicher im Netz hatte.

Nach der nervigen Aktion mit dem Biber tat der Fangerfolg gut. Zufrieden packte ich ein und trat den Heimweg an.

Ende gut, alles gut.

 

Markus Tölk

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