Dem Zielfisch entgegen

von Raphael Hillinger

Seit mittlerweile vier Jahren befische ich einen glasklaren, stark verkrauteten Baggersee, an dem zum Glück nur ein mäßiger Angeldruck herrscht. Ein Selbstläufer ist das Gewässer nicht. Dementsprechend musste ich in den letzten Jahren viele Blanks in Kauf nehmen. Aber ich habe versucht daraus zu lernen. Meine letzte Saison bescherte mir dann endlich meinen ersten nennenswerten Erfolg, einen lange erträumten Zielfisch: einen kugelrunden, alten Spiegler mit 24 Kilogramm Herbstgewicht.

In der Saison 2019 wollte ich gezielter auf dicke Karpfen angeln. Dafür wollte ich einfach möglichst viel am Wasser verbringen, um die Fische zu beobachten. Wenn ich weiß, wo sie sich aufhalten und vor allem, wo sie fressen, wollte ich sie ohne große Futteraktion beangeln. Im Idealfall mit einem einzelnen, besonders attraktiven Hakenköder anwerfen. Ganz ohne Beifutter.

Bei meinen letzten Kurzansitzen konnte ich so tatsächlich schon ein paar Fische über 20 Kilo überlisten. Doch ein Ziel ging mir nicht aus dem Kopf: Ich wollte meinen größten Spiegler toppen, ich wollte meine Bestmarke von 24 Kilogramm weiter verbessern.

Nach einer harten Arbeitswoche wollte ich mein Glück erneut mit einer kurzen Nacht herausfordern.

Mein Kumpel Philipp, der ebenfalls am See war, bekam in den frühen Abendstunden einen Vollrun. Kurz darauf konnte ich bei ihm einen hübschen Schuppi mit 13 Kilo keschern.

Danach wollte ich meine zweite Rute neu auslegen. Der Köder sollte in ein kleines Krautloch, was ich gefunden hatte. Doch dazu sollte es nicht mehr kommen. Im Moment als ich meinem Rodpod den Rücken kehrte, um mein Rig neu zu beködern, pfiff meine linke Rute ab.

Bei der sich anschließenden Flucht kreischte meine Bremse regelrecht, da ich sie wirklich straff eingestellt hatte. Dieser Gegner war trotzdem nicht zu bremsen. Er riss Meter für Meter Schnur von meiner Rolle, ohne an Pause zu denken.

Nachdem ich den Fisch gleich aus mehreren Krautfeldern befreien konnte, kescherte mir mein Kumpel meinen Lebensfisch. Meine Freude war noch größer, weil einer der seltenen Spiegler im Netz lag.

Wir konnten unser Glück kaum glauben, denn die Waage blieb kurz darauf abzüglich der Wiegeschlinge bei bei glatten 31 Kilogramm stehen. Was für ein Brocken!

Ich war dermaßen sprachlos, dass ich geschlagene 30 Minuten brauchte, um zu realisieren, was für einen Kapitalen ich gerade gefangen hatte. Mein Zielfisch 2019 lag vor mir auf der Matte. Ein unglaubliches Erlebnis und ein weiterer Beweis für mich, dass meine Lieblingskugeln von Dynamite Baits, die Complex-T, wahre Bigfish-Magneten sind. Auch meinen vorherigen PB hatte ich mit diesem Köder ans Band bekommen.

Aber es ist niemals nur der Köder alleine, der den Erfolg sichert. An dieser Stelle noch einmal ein dickes Dankeschön an meinen Kumpel Phillip der mir geholfen hat, diesen riesigen Fisch sicher zu landen und ihn anschließend mit den passenden Bildern gut in Szene zu setzen.

Bitte geben Sie die Zeichenfolge in das nachfolgende Textfeld ein

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.