Böse Überraschung

Als leidenschaftlichen Angler durch und durch, so würde ich mich beschreiben. Als jemand, der viel Zeit am Wasser verbracht hat und seine längeren Touren nicht mehr zählen kann. Doch diese eine Tour, die wird mir noch lange Zeit im Gedächtnis bleiben.

Wie gewohnt sollte mein Trip an die Mosel in Frankreich gehen. Bis ich am Wasser war, lief alles wie gewohnt. Doch dieser Trip sollte alles andere als gewöhnlich werden. Meine Pechsträhne begann, als beim zweiten Rausfahren meiner Ruten plötzlich mein Benzinmotor streikte – mitten auf dem Fluss!

Alle Kraft und Mühe, ihn wieder zum Laufen zu bringen, war umsonst. Und das ständige Ziehen und Zerren, um den Motor wieder anzuwerfen, blieb nicht folgenlos. Völlig ausgepowert, mit Schmerzen in den Schultern und aufgeschürften Händen, schaffte ich es mit meinen Rudern zurück zum Platz. Natürlich hatte ich meinen Elektromotor zuhause in Keller stehen lassen. Da stand er gut.

Da für mich das Angeln ohne Motor an der Mosel keinen Sinn machte, musste ich umdisponieren. Ich beschloss, die Aktion Mosel abzubrechen und stattdessen an einem See in der Nähe mein Glück zu versuchen.

Kennt ihr den Moment, wenn ihr nur darauf wartet, dass gleich jemand aus den Gebüsch springt und "versteckte Kamera" ruft? Genau einen solchen Moment erlebte ich, als ich zurück an mein Auto kam. Während meiner Abwesenheit hatte man mir beide Kennzeichen geklaut. Nicht nur geklaut sondern einfach abgerissen. Da hatte es wohl jemand sehr eilig. Was hatte ich nur verbrochen?

Dabei sollte der Spaß erst beginnen. Denn schließlich musste ich nun ohne Kennzeichen zum See fahren. Selbstverständlich hatte ich zuvor zu Hause Bescheid gegeben, damit die Angelegenheit der zuständigen Behörde gemeldet werden kann. Aber wie konnte es anders kommen – auf meinem Weg an den See geriet ich in eine französische Polizeikontrolle. Meine erste seit vier Jahren. Ihr könnt es Euch vorstellen: ohne Französischkenntnisse und vor allem OHNE Kennzeichen – da hatte ich den Jackpot gewonnen!

Die Beamten machten mir kurz und unmissverständlich klar, was ich schon vorher wusste: ich musste mich erst um neue Kennzeichen kümmern, bevor ich weiterfahren kann. Aber wie soll man neue Kennzeichen bekommen, wenn man in Frankreich mitten in der Pampa mit einem für fahruntüchtig erklärten Auto festsitzt?

Zumal ich in Deutschland niemanden so einfach beauftragen konnte, mir neue Schilder zu besorgen. Das geht nämlich nur unter Vorlage des Fahrzeugscheins. Und den hatte ich natürlich bei mir.

Letztendlich blieb mir also nichts anderes übrig, als verbotenerweise ohne Kennzeichen nach Hause zu fahren. Meine Angeltour war definitiv gelaufen. Und selbst zuhause hatte ich mit der Angelegenheit noch jede Menge Rennerei. Denn ich musste meine Kennzeichen zuerst bei der Polizei als gestohlen melden, bevor ich neue ausgehändigt bekam.

Was lernen wir daraus?

Beim Angeln ist man offenbar nie vor unliebsamen Überraschungen sicher. Und wenn ich jetzt an die Mosel in Frankreich fahre und ich mein Auto irgendwo unbeaufsichtigt stehen lassen muss, schraube ich meine Kennzeichen jedes Mal ab. Sicher ist sicher.

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