Blue Monday

Gestern war es also soweit: gestern war der deprimierendste Tag des ganzen Jahres! Das zumindest wollen britische Wissenschaftler jetzt anhand umfassender Studien heraus gefunden haben. Die Forscher haben unseren Höhepunkt der Niedergeschlagenheit, die absolute Talsohle also, sogar an einem bestimmten Tag fest gemacht: am Montag, den 19. Januar. Und am so genannten „Blue Monday“ könnte tatsächlich etwas dran sein. Denn an diesem Tag kommt vieles zusammen. Montage sind ja generell eher zum im Bett bleiben. Aber jetzt, Mitte Januar, scheint es besonders schwer, den inneren Schweinehund zu überwinden und sich aufzuraffen.

Wir Angler müssen ein besonders schweres Kreuz (er-)tragen. Das nicht enden wollende Schmuddelwetter, die ewige Dunkelheit und feucht-kalte zwei Grad Außentemperatur sorgen nicht nur für ausgeprägte Niedergeschlagenheit, sie laden auch nicht zum Angeln ein. Wie sieht es mit den am Anfang des Jahres gesetzten Zielen aus? Sind Sie immer noch Nichtraucher? Haben Sie den geplanten Sport durchgezogen? Statistisch gesehen hat mehr als ein Drittel der Bevölkerung die eisernen Vorsätze längst wieder über Bord geworfen. Eine weitere Niederlage also.

Dann noch der Blick aufs private Konto. Auch der sorgt derzeit wohl eher nicht für Hochstimmung. Um es auf den Punkt zu bringen: Da herrscht Ebbe. Zu viele Jahresbeiträge werden in diesen Tagen abgebucht. Beiträge für Versicherungen zum Beispiel. Aber auch Beiträge für den Angelverein, oder für die Angelvereine. Da fällt es insgesamt schwer, positive Gedanken zu fassen. Angeln? Für viele Zeitgenossen scheint das gerade in weiter Ferne. Können Sie sich noch vorstellen, nur mit T-Shirt und kurzer Hose bekleidet draußen herum zu laufen? Wissen Sie noch, wie der Sommer riecht? Ich tue mich sehr schwer damit. Die letzten warmen Tage liegen einfach zu weit zurück und die nächsten etwas wärmeren Tage scheinen in unvorstellbarer Ferne. Da ist er also, der so gefürchtete Januar-Blues. Aber wir können (und sollten) der drohenden Depression mit breiter Brust entgegen treten.

Was hilft? Das eigene Angelarchiv durchforsten zum Beispiel. Da finden sich bestimmt ein paar Bilder aus dem vergangenen Sommer. Die bringen Sie wieder auf erfreulichere Gedanken. Oder lesen Sie ein gutes Buch. Übers Angeln natürlich. Was sonst? Auch das kann inspirierend sein und für entsprechende Vorfreude auf die kommende Saison sorgen.

Und die beste Nachricht kommt zum Schluss: Sollte gestern tatsächlich der stimmungsmäßig schwierigste Tag des Jahres gewesen sein, geht es ab heute ja schon wieder bergauf. Den „blauen Montag“ haben wir schließlich überstanden. Kein Grund zum Trübsal blasen also.

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