BAYERISCHE STERNSTUNDEN

Seit nun mehr 20 Jahren fischt der Radical- und Black-Cat-Teamangler Benjamin Gründer gezielt auf Karpfen. Ein Ausnahmefisch von über 25 Kilo war viele Jahre der Antrieb für seine Reisen. Bei einer Karpfenangeltour an einem Vereinssee in Bayern konnte Benjamin mit seinem Angelpartner Michael Freund eine wahre Fangorgie erleben.

Schon lange hatte Michael mich an seinen Vereinssee eingeladen und Anfang Mai hatte ich endlich Zeit gefunden. Michael fischte bereits zwei Tage vor meiner Ankunft und fing zwei super Fische mit 10 und 23,5 Kilo Gewicht. Der Wetterbericht meldete für die Folgetage Regen und Wind. Da ich früher viele Gewässer befischt hatte, die von der Gewässerstruktur ähnlich waren, wusste ich wie meine Taktik sein würde. Relativ flache Seen mit wenig Bodenstrukturen eignen sich perfekt, um die Fische auf das Futter zu ziehen. So setzten wir Stangen–Bojen ein und legten einen Futterplatz von zirka 50 Meter Länge und fünf Meter Breite im See an. Gekochter Hartmais mit Tigernüssen und Bloody Chicken Boilies in 16 und 20 mm kamen in großen Mengen zum Einsatz.

Erst Gewitter, dann Fisch
Der Wetterbericht behielt Recht und das Hochdruckgebiet, das den See bereits viele Wochen auf 20 Grad aufgewärmt hatte, wurde von einer Gewitterwelle abgelöst, welche mit Sturm und viel Regen über uns hereinbrach. Nun spielte uns alles in die Karten und die letzte Nacht von diesem Trip werde ich nie im Leben vergessen: Bereits am Nachmittag kamen ein 21,3 Kilo und ein 16 Kilo schwerer Graskarpfen auf unsere Habenseite. Die Nacht brachte dann einen weiteren, 19,3 Kilo schweren Grasfisch. Die letzten Futterreserven verteilte ich wieder beim Setzen der Montage, welche ich wie üblich einfach hielt: einen 20 mm Bloody Chicken Boilie mit einem kleinen Pop-up als Bodenköder gefischt. Ein 140 Gramm schweres Inlineblei und ein 15 cm kurzes RADICAL Basilisk Combi Link Vorfach mit einem 6er Curve Shank Elite Karpfenhaken – dieser hat seit Jahren mein absolutes Vertrauen!

Neuer Rekord
In den frühen Morgenstunden ließ der Starkregen etwas nach und wir bekamen Run auf Run. Den Anfang machte ein Spielgelkarpfen von 12,4 Kilo, welchem keine 10 Minuten später ein 17,5 Kilo Spiegler folgte. Beim Fotografieren der Fische lief eine meiner beiden Old-School-Ruten ab. Bereits beim Aufnehmen der Rute bemerkte ich einen schweren Fisch am anderen Ende und wir folgten dem flüchtenden Riesen mit dem Boot. Schnell waren wir über dem Fisch, den ich in etwa drei Meter Wassertiefe erkennen konnte. Da war er! So viele Trips auf Karpfen, so viele gefangene Fische, so viele erfolglose Stunden – und jetzt stand er keine fünf Meter vom Boot entfernt und ich war nervös, wie bei meinen ersten großen Karpfen aus den Lac d‘Orient in Frankreich vor knapp 20 Jahren. Der Drill kam mir ewig vor, dennoch konnte ich den Fisch nach etwa 20 Minuten über den Kescher ziehen und eine große Last fiel von meinen Schultern. Die Digitalwaage zeigte Error an und Micha und ich wussten, dass der Fisch damit deutlich über 25 Kilo haben musste. So wogen wir den Fisch mit meiner Wallerwaage. Die zeigte uns ein Gewicht von 27,5 Kilo an. Mein neuer Rekord Karpfen!
Mir zitterten selbst nachdem wir den Fisch wieder zurückgesetzt hatten, immer noch die Knie.

Dickes Ende
Der Regen nahm wieder zu und genau in diesem Moment lief meine letzte Rute ab. Der Drill im Starkregen war der Wahnsinn und dieser Fisch war im Drill noch stärker als der 55-Pfünder. Nach einer halben Ewigkeit konnte ich einen 105 Zentimeter langen und 22,5 Kilo schweren Schuppenkarpfen über meinen Kescher ziehen und Micha und ich fielen uns einfach nur glücklich in die Arme. Wohl wissend, dass wir mit dem richtigen Futter, der richtigen Taktik und dem richtigen Timing eine Sternstunde erleben durften.

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