Außer Bresen nix gewesen

Endlich Freizeit! Über Ostern hatte ich vier Tage angeln eingeplant. Aber was zum Teufel war mit dem Wetter los? Tagsüber Höchsttemperaturen zwischen zehn und zwölf Grad, nachts sogar nur um die fünf Grad. Dazu starke Bewölkung und Regen. Na toll! Solche Aussichten waren alles andere als vielversprechend. Aber man kann sich das Wetter bekanntlich nicht aussuchen und schließlich sollte es meine erste derart lange Session seit über einem Jahr werden. Am Mittwoch ging es los. Das Wetter war zunächst besser als gedacht. Etwa zwölf Grad und sonnig. Pünktlich zum Feierabend – ich wartete noch auf meinen Bruder, der mich abholen wollte – wurde es kälter und es fing an zu regnen. Vor uns lag eine 30-minütige Autofahrt. Vielleicht sieht es am Wasser schon wieder anders aus. Leider mehr Wunsch als Realität. Aber der Regen hatte auch etwas Positives, denn die gedachte Angelstelle war frei. In Windeseile stand mein Zelt, worin ich mein restliches Equipment zumindest trocken halten konnte.

Nur noch schnell die Ruten raus. Eine direkt vors Schilf, die andere in etwas tieferes Wasser. Eine Rute bestückt mit einem fertig gebundenen D-Rig und ein kleiner Popper am Haken. Ich fütterte zunächst wenig, da ich nicht wusste, ob die Fische überhaupt fressen. Mit meiner anderen Rute wollte ich die Fische mit einem 16mm Pop-Up am Chod Rig suchen.

Leider blieb mein Kescher in der ersten Nacht leer. Womöglich hatte es sich zu stark abgekühlt. Nur vier Grad Außentemperatur sind schließlich kein Zuckerschlecken. Wenigstens hatte ich meine Zeltheizung dabei. So war es zumindest im Zelt halbwegs erträglich. Eine andere Taktik musste her. Sollte ich doch einen Futterplatz anlegen? Schließlich lagen noch drei Tage vor mir und die Temperaturen sollten über Tag wieder steigen. Ich mischte ein paar Maispellets, Mais, und Grundfutter mit Milch an. Diese Mischung beförderte ich mit der Spomb an einen Platz, an dem ich am Abend zuvor noch zwei Fische hatte springen sehen.

Auf dem Futterplatz legte ich eine Rute mit drei Maiskörnern und einem 10mm Pop-up am Haar ab. Die andere bestückte ich mit einem einzelnen Sinker. Dazu verteilte ich mit dem Wurfrohr noch etwa 20 Boilies ohne Haken. Leider passierte tagsüber nichts, obwohl ich einzelne Fische über meinem Futter springen sah. Vielleicht fressen sie nachts. Leider taten meine Hanger das, was sie am besten können: Sie hingen herum. Am frühen Morgen kontrollierte ich meine Rigs. Alles in bester Ordnung. Ich bestückte meine Ruten neu und warf die Rigs wieder aus. Einen Köder mitten auf dem Futterplatzes, den anderen am Rand. Noch war ich guter Dinge, denn für den Freitag waren immerhin 14 Grad und Sonne vorhergesagt. Das musste doch endlich einen Fisch bringen. So war es dann auch. Gegen 18 Uhr meldete sich der Bissanzeiger mit mehreren kleinen Piepern, bis er ganz ausflippte und ein Vollrun über den See hallte. Schnell sprang ich in die Wathose und griff meine Rute. Doch mein Gegenüber ließ sich einfach heranziehen und schon vor dem Kescher war mir klar: Hier hing eine große Brasse am Haken.

Zwar nicht der erhoffte Karpfen, aber meine Laune wurde trotzdem etwas besser. Denn zumindest wusste ich nun, dass doch etwas gefressen wird. Ich konnte das Beste hoffen. Mehr blieb mir leider nicht, denn auch in der nächsten Nacht passierte nichts. Und es wurde wieder kalt. Nur vier Grad, dazu Regen bis in die frühen Morgenstunden. Ich war bedient und brach meine Session frühzeitig ab. Ich wollte nur noch nach Hause.

Aber das ist angeln: Man kann die Fänge nicht erzwingen.
Dieses Mal musste ich mich mit einer Brasse begnügen.
Aber ich komme wieder!

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